Schon wieder ein paar Tage her, dass der letzte Beitrag erschien. Aber heute geht’s weiter.
Den Besuch in Ephesus hatte ich euch schon vom Hotel in Bodrum aus geschildert, da ist nicht viel hinzuzufügen. Für die besonders Interessierten gibt es aber noch ein Modell zu den Trümmern des Kirchenkomplexes unterhalb der Burg in Ephesus.


In Bodrum waren wir also, um etwas Pause vom Besichtigen zu machen. HA!
Wir waren, wie berichtet, an den Windmühlen(ruinen) und konnten den Blick auf beiden Seiten hinunter nach Bodrum genießen. Dabei sahen wir nicht nur die große Burg…


…sondern auch eine kleinere Burgruine in der Nähe. Karins Verspannung war trotz der Wärmepflaster nicht weg, also mal schnell Google gefragt, wie weit der Fußweg sein würde. 20 min war die Auskunft und wir entschieden uns, den Versuch zu unternehmen. Falls es mit Karins Beschwerden zu schlimm werden würde, wollten wir ein Taxi zurück zum Hotel nehmen.
Also tappern wir los. Der Abzweig zur Burgruine kommt, aber 100 m weiter war ein verschlossenes Tor zu sehen. 😩 Laut App hätte es links daran vorbei gehen können. Da war aber eine durchgehende Mauer. 🤪
Also weiter an der Hauptstraße entlang auf der Suche nach einem besseren Zugang. Google war zuversichtlich und bot uns nach ein paar Schritten den nächsten Zugang an. Jedoch: Schlagbaum, Stacheldraht, bewaffnete Militärpolizei! 😡
Also gehen wir halt um das Militärgelände herum…
Ahnt ihr es? Die Ruine liegt IM gesperrten Bereich. 🤬🤯
Naja, wir sind dann wieder Richtung Hotel gelaufen, immer mit Pausen für Karin. Tatsächlich haben wir sogar noch ein altes Stadttor besichtigt, bevor Karin die Segel strich. Deswegen sind wir zu einem kurz vorher gesehenen Café zurückgekehrt, wo ich sie abgesetzt habe, um zu Fuß(!) unser Auto zu holen.


Durch das kalte Wetter und den Wind war rumsitzen und (buchstäblich) Beine hochlegen nicht möglich, und den ganzen Tag im Zimmer rumsitzen erfüllt uns beide nicht. Also sind wir am nächsten Tag wieder losgegangen und hier geht jetzt der Reisebericht chronologisch korrekt weiter.











Ab zur großen Burg, das war der Plan für den nächsten Tag. Wir fuhren bis in den Ortskern und dort auf einen der Parkplätze, die es in großer Zahl auf irgendwelchen Freiflächen zwischen den alten Häusern gibt. Von dort zu Fuß durch die ziemlich leeren Straßen ab zur Burg.
Wir haben uns nicht allzuviel davon versprochen, vielleicht einmal innen gucken, Aussicht genießen… Aber weit gefehlt. Wir konnten eigentlich jede Ecke, jeden Turm und die Wehrgänge hinter den Mauerkronen begehen. Das Gemäuer ist eine originale Kreuzritterburg, die von dem Vorgängerorden der Malteser/Johanniter benutzt wurde. In den Mauern sind überall die persönlichen Wappen der regierenden Großmeister zu sehen, in den Türmen (deutscher, französischer…) sind jeweils Ausstellungsräume, so das es sich wirklich lohnt, überall mal raufzuklettern und reinzuschauen. Auf einem Hofbereich hat man sogar ein kleines Schiffsmuseum errichtet, in dem ein fast vollständig erhaltenes Schiff samt Inhalt ausgestellt ist, das in der Nähe gefunden wurde. Also wirklich empfehlenswert.
Danach sind wir in einem netten Café mit Meerblick eingekehrt und anschließend noch etwas durch den Ort gelaufen, aber weil sich Karins Rücken wieder meldete, wollten wir zum Hotel zurück.
Wollten…
Denn wir fanden unseren Parkplatz nicht mehr. 🤪😂
Nach ein paar Fehlversuchen ließ ich Karin an einer Hauptstraße gut sichtbar (!) zurück und habe mich allein auf die Suche gemacht. Kurz gesagt: Ich wusste noch, wie ich gefahren und abgebogen war, habe mich beim Suchen aber um eine Abzweigung vertan. Nur eine…
Nach etlichen weiteren Parkplätzen, die ich über Google ausfindig gemacht habe, war ich konditionell und stimmungsmäßig nicht mehr auf der Höhe. Zudem konnte ich Karin nicht mehr erreichen. 😩 Ihr Akku war leer!


Ende gut, alles gut!
Mir kam irgendwann in den Sinn, dass ich einen Parkzettel in der Jacke hatte. Auf dem war die Adresse aufgedruckt. 🤪🤯
Jaja, lacht nur!
Der nächste Ruhetag (ha!) begann sonnig und sollte nur einen Stadtbummel beinhalten. Sagen wir so: Unseren Tagesschnitt an Schritten auf dieser Reise haben wir auch mit Shoppen geschafft.














Auf iPhones läuft im Hintergrund immer ein Schrittzähler mit und ich habe mit Vergnügen jeden Tag die begeisterten Lobhudeleien der Gesundheits-App zur Kenntnis genommen.

Das Problem: Nach den zwei Wochen Türkei wurde mein täglich zu erreichender Durchschnitt raufgesetzt und jetzt werde ich regelmäßig gebeten, doch bitte noch ein paar zusätzliche Kalorien zu verbrennen. 😂
Ich kann mich beherrschen! Tatsächlich arbeite ich jetzt aktiv durch vermehrte Passivität daran, den Durchschnitt wieder auf ein erträgliches Niveau zu reduzieren. Dabei hilft das feuchtkalte Wetter sehr. Gerade treiben fette Nebelschwaden vom Meer durch die Nachbargrundstücke. Sehr motivierend.
Karin war allerdings schon wieder zweimal (nur zweimal wegen des Wetters) laufen und schaffte beide Male Rekordzeiten. Sie plant deswegen schon das nächste Trainingslager in griechischen Ruinen. 😂
Was wir ansonsten gegen das Wetter unternehmen? Wir gehen zum Zahnarzt, kaufen Whisky und laden Heinz und Eckhardt zum -FESTHALTEN- Diaabend ein! Zwar ohne Dias, aber mit Projektor, frischgebackenem Brot und Popcorn. Die zwei kennen jetzt also schon die ganze Reise, während ihr noch einen ganzen Beitrag warten müsst.
Karins Rücken ist übrigens wieder gut. Nach ein paar Tagen ultraheißer türkischer Wärmepflaster waren die ursprünglichen Beschwerden verschwunden, dafür war die Haut so überreizt, dass sie teilweise blutig war. Wobei ich eher vermute, dass Karin sich dort aufgekratzt hat. 😎 Aber auch das ist jetzt gut.
Leider haben wir aus Duisburg zwischenzeitlich wieder eine Todesnachricht erhalten. Ein super netter Mann aus unserer Gemeinde, mit dem wir nur viel zu kurz vor unserem Weggang Kontakt hatten, ist mit 68 Jahren gestorben. Wir sind einerseits traurig, ihn nicht mehr treffen zu können aber andererseits froh, dass wir auch hier noch an dem, was in Duisburg geschieht, teilhaben können. Karin wird dieses Jahr 67, ich 66! Geschwister, Verwandte, Freunde und viele Wegbegleiter sind naturgemäß in ähnlichem Alter, da rücken solche Nachrichten ganz nah an uns heran.
Also:
Carpe diem, nutze den Tag!
und
Memento mori, bedenke, dass du sterben musst (auf dass du klug wirst)
und besonders heute am Karfreitag:
Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.
(Jesus, nach Johannes-Evangelium, Kapitel 12, Vers 25)
Heute mal nichts Lustiges zum Schluss, sondern nur unsere von Herzen kommenden Segenswünsche für euch!


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