Ups! Hat es jemand bemerkt? Irrtümlich stand Ephesus im Titel, aber da kommen wir erst noch hin.

In der Pension an den Dardanellen gab es ein sensationelles Frühstück, dazu den genauen Fahrplan der Fähre und die Einladung, jederzeit mal auf einen Kaffee vorbeizukommen.

Ja, nur für uns beide!

Weil die nächste Etappe kurz geplant war, habe ich Karin noch eben mit hoch zum Aussichtspunkt genommen und nach einem kurzen Blick (wegen des kalten Winds sehr kurz) ging es runter zur Fähre.

Am Bezahlhäuschen fuchtelt der Kassierer mit einem zerknüllten Tempo rum, bis ich das nehme???

Da war meine Knirschschiene drin, die unser Vermieter dort abgegeben hatte. Wir hatten ihn glücklicherweise angekündigt, noch die kurze Besichtigung zu machen und eine spätere Fähre zu nehmen. Ein Schatz.

Spoiler: Ich habe sie irgendwo später nochmal liegengelassen. Ratet, wer Montag beim Zahnarzt ist!

Wir lieben ja eigentlich Bootsfahrten, doch Karins Begeisterung flacht langsam ab, denn auch auf dieser Fähre hat sie sich langgemacht. 😩 Ein paar blaue Flecken und die strenge Ermahnung an mich, nichts im Blog zu schreiben, waren die Folgen. Aber alles ist verheilt und damit verjährt. Wenn ihr nicht petzt, werde ich weiter solche Details berichten, falls nicht, gibt es nur noch zensierte Berichte. 😇


Jetzt fangen die „echten“ Höhepunkte an und ich verspreche, die haben sich kontinuierlich gesteigert. Ich würde morgen direkt nochmal fahren!

Also auf nach Troja mit dem ausgedruckten Museumspass und der bangen Sorge, dass das schurmanntypisch irgendwie nicht klappen könnte.

Der Eingang hatte Drehkreuze wie auf der Autobahntoilette 😎 und – es klappt nicht.

🤮😡🤬

Nachdem wir offensichtlich scheiterten, kam eine Offizielle und versuchte es an unserer Stelle. Etliche Versuche später war ich drin, für Karin brauchte sie nochmal einige. Beim Museum später dasselbe Spiel, vorsichtshalber hatte ich auch eine Version in XXL ausdruckt. Als wir die bei späteren Attraktionen benutzten, klappte es relativ problemlos.

Ganz ehrlich? Alle späteren Orte waren dramatisch viel schöner und deutlich sehenswerter. Also alles richtig damit gemacht, in Troja anzufangen.

Hier ist vor allem die Geschichte das, was trägt. Schliemanns Entdeckung entgegen aller wissenschaftlichen Meinung aufgrund der Analyse von Ilias (und Odyssee), die alten Stories und natürlich der Goldschatz! Der liegt jetzt als Kriegsbeute übrigens in St. Petersburg! Wie gewonnen, so zerronnen.

Aber einen echten Archäologen haben wir in freier Wildbahn tatsächlich noch dort gesehen:

Außerdem habe ich hier zum ersten (von vielen) Mal(en) festgestellt, wie überlegt die alten Herrschaften ihre Städte und Burgen angelegt haben.

Zu Odysseus‘ Zeiten war das Mittelmeer deutlich höher (keine Diskussion über Klimawandel, bitte) und Troja lag am Wasser. Gleichzeitig konnte man von dort die Einfahrt in die Dardanellen überblicken (und wohl auch kontrollieren). Beweis? Karins neuer Fotoapparat macht’s möglich.

Fazit Troja: Ganz nett, aber dafür 1000 km fahren?

Doch es gab ja noch den Hinweis auf ein dazugehöriges Museum an der Straße. Sah nicht sonderlich einladend aus. Ein brauner Würfel auf der Wiese ohne irgendwelche architektonischen Reize.

Aber wir wussten ja jetzt, dass wir tatsächlich überall umsonst reinkommen, also kurz gucken und falls es innen so dröge wäre wie von außen, führen wir sofort weiter.

Wir sind geblieben. Lange! Das Museum lohnt (fast) jede Anreise, guckt euch die Fotos an. Das meiste Zeug ist über 2000(!) Jahre alt.

Mich faszinieren ja immer so überraschende Detaillösungen:

Statt zu puzzeln!

Das Wetter kündigte hier endgültig an, was uns die folgenden Tage bringen würden: In der Sonne schön, wenn windgeschützt. Bei Wind: Jacke. Ohne Sonne – alles, was du hast! 🥶🥶🥶


Nach dem tollen Start durch das Museumserlebnis waren wir angefixt und beschlossen bei einem Kaffee im Museumscafé, einen Zwischenstopp zu machen. Wir hatten auf einer Erklärtafel ein tolles Foto von Säulen vor blauem Meer gesehen. Assos – und das lag fast auf unserer heutigen Route.

Ich werde es vielleicht noch ein paarmal erwähnen, aber wir konnten überall bis vor die Tür fahren. Noch nix los. Ganz toll. Nächstes Mal: Gleiche Zeit, nur Windjacke zusätzlich. 😎

Assos liegt wirklich am Meer, aber 150m oder so drüber. Es gibt eine ganz steile Anfahrt durch enge Gässchen, gesäumt von touristischen Geschäften, die noch alle geschlossen hatten. Weil es kein Verbotsschild gab, bin ich natürlich so weit hoch wie möglich. 😎

Bis vors Tor, wo es genau 5 Stellplätze gab – einen für uns.

Wir möchten nicht wissen, was hier im Sommer los ist. Sicher ist nur, man kann dann NICHT mit dem Auto bis oben fahren. Solltet ihr mal vor der Frage stehen: Selbst wir würden jetzt (!) sagen, dass sich ein Fußmarsch dort hoch unbedingt lohnt.


Unser Plan sah vor, mit wenig Kilometern bis nach Pergamon zu kommen, dort zwei Nächte zu bleiben und je nach Zwischenstopps bei der Abfahrt entweder am Nachmittag schon etwas zu besichtigen oder am folgenden Tag alles zu besuchen, was wir schaffen. Deswegen waren wir ganz entspannt, obwohl wir relativ spät ankamen.

Laut Karte lag die Anlage fußläufig von der Pension. Auf den Fotos seht ihr das Problem damit. 😂

Wir sind dann nur etwas bummeln gegangen und haben uns dabei nach einem Restaurant umgesehen. Was wir noch nicht so verinnerlicht hatten, waren die frühen Schließungen wegen des Ramadan. Während wir normalerweise im Süden um 19 Uhr noch viel zu früh für Abendessen sind, wurde hier schon ab 18 Uhr langsam aufgeräumt. Also waren wir irgendwann schon fast wieder bei „Essen kaufen im Supermarkt“, bevor wir doch noch etwas fanden, wo wir die Reste vom Buffet bekamen. Ungewohnt, aber sehr lecker, und schon wieder kein Bier dazu zu bekommen. 😢


Pergamon, wer kennt es nicht? Quatsch, ich kannte gerade den Pergamon-Altar vom Namen her. Steht in Berlin mit einem Museum drumrum, in dem ich noch nie war. Karin in früher Jugend wohl mal.

Um es direkt zu verraten: Das ist wohl mal nichts „Geraubtes“, sondern der deutsche Forscher hat die überall verteilten/verborgenen Trümmerstücke entdeckt und zusammengesetzt. Hier sieht man jetzt den freigelegten Sockel.

Und es war ein tolles Erlebnis. Wieder bis zur Tür gefahren und nicht mal Parkgebühr bezahlt, weil niemand zum kassieren da war. Es gibt auch eine Seilbahn, aber laut Internet sollte die 10€ pro Fahrt kosten. 40€ für rauf und runter? Soviel Rente bekommt Karin nun doch nicht. 😂

Ich zeige hier nur ein paar der vielen schönen Aufnahmen, den Rest könnt ihr demnächst schön bearbeitet und sortiert in der Online-Galerie sehen.

Maklerweisheit: Lage! Lage! Lage!


Intermezzo

Es gab gerade Abendessen und danach eine unangenehme Überraschung. Es sollte heute Rostbratwurst mit Pommes geben. Das muss manchmal auf den Teller. Während ich so vor mich hin an diesem Beitrag schrieb, fing Karin an, die Würste zu braten. Ich wollte dann zeitlich passend dazu stoßen und die Pommes Frittes machen. Als es meiner Meinung nach soweit war – war es zu spät. Karin hatte nämlich Eiskunstlauf-WM geguckt und die Würste hatten etwas viel Röstaroma. 😂

Allerdings ist das bei uns kein Hinderungsgrund, denn so wie ich grille, gab’s das bei uns öfter so.🔥🔥🔥

Ich also zum Gefrierfach wegen der Fritten – keine da! Was Karin bei der vorsorglichen Kontrolle gesehen hatte, waren die Kroketten, die Lidl neulich mal hatte. 😩

Bratwurst mit Kroketten geht ja mal überhaupt nicht, also ab ins Auto und zum 24-Stunden-Supermarkt gezischt.

Ergebnis: Wir waren satt und ich wollte den Blog fertig machen, während Karin noch unentschlossen war, ob es Malen oder Eishüpfen zum Abschluss des Abends sein sollte.

Weil mir aufgefallen war, dass ich euch kaum Fotos von Karin zeige, bin ich kurz an ihren Mac, um mir ein paar rüberzuschicken- ihre iPhone-Fotos waren da, aber kein einziges ihrer neuen Kamera war zu finden. Das hat bei Karin ein paar Schweißausbrüche verursacht.

Wer weiß, wo sie die gespeichert hat… aber ich habe die nirgendwo auf ihrem Rechner gefunden. Karin war aber sicher, sie per Kabel geladen und dann auch die Speicherkarte automatisch gelöscht zu haben.

Nirgendwo!

Auf der Kamera waren sie glücklicherweise noch, was mich vermuten lässt, dass der Import gar nicht stattgefunden hat und Karin drei Tage lang „nur“ ihre zahllosen iPhone-Fotos sortiert hat. Zur Sicherheit lasse ich den Mac jetzt mal seine Fotos neu organisieren und die Datenbank reparieren, während ich das hier schreibe.

Computer und der Satz: Mal eben… 😂



Ein Video aus Pergamon hat jetzt Weltpremiere:

Wie schon angemerkt, es war sehr beeindruckend. Was ich da (neben vielem anderen auf der Reise) übrigens gelernt habe: Die ollen Römer konnten die Anlage (die schon lange vorher von den Griechen erbaut wurde) tatsächlich über Aquädukte und Hochdruckleitungen mit bis 20 Atmosphären Druck mit Frischwasser versorgen. Hier ein kleiner Rest davon im Tal (der Dank geht wieder an Karins neue Kamera, die so etwas nah ranholt).

Nachdem wir hier durch waren, hatten wir noch genügend Tag übrig, um weitere Ziele anzusteuern, die ChatGPT uns vorgeschlagen hatte. Dafür ist das/der ganz cool. Man fragt: Ich habe einen Tag Zeit für xxx, was sollte ich in welcher Reihenfolge besichtigen? Zack! Mit Zeitangaben, Highlights und Tipps.

Unser nächste Ziel war demzufolge das Asklepion im Tal. Eine Art Sanatorium/Krankenhaus/Kurbad mit Tempel und -natürlich- Amphitheater. Der berühmte griechisch/römische Arzt Galen hat dort gewirkt.

Nebenbei erwähnt: Tolle Lage und Aussicht!

Blick vom Asklepion auf das alte Pergamon. Stellt euch das da oben mal in seiner Blüte vor. Was ein Anblick!

Hier sind wir zuerst über die bestimmt nur zufällig eindrucksvolle Säulenallee zu den ersten Gebäuderesten gegangen, bevor wir uns das unglaubliche Bade- und Heilgebäude angesehen haben. Massive Gewölbe zweistöckig kreisförmig mit Lichtöffnung oben.

Unterirdisch konnten dann die (mutmaßlich) betuchten Besucher/Kranken zu den Ruheräumen und Wohngebäuden. Eine der Quellen strömte dort noch unter unseren Füßen durch.

Oben haben wir bestaunt, dass denen damals immer etwas anderes eingefallen ist.

Danach schlug der nette Chat (ich darf ihn duzen😇) vor, im Ort noch eine Kirchenruine zu besichtigen, die uns schon aufgefallen war. Eine riesiges Teil. Also zurück nach Bergama.

Dann bleibt für diesen Abschnitt nur noch, euch ein paar Fotos vom Leben drumherum zu zeigen.

Zwei coole Sachen noch: Am ersten Abend beim Erkunden steht vor einem Lädchen ein Mann an einer kühlschrankgroßen Maschine und – röstet salzige Erdnüsse in der Haut! Da gab es kein Überlegen, eine große Tüte kochend heißer Erdnüsse wurde gekauft. Eigentlich hätten wir davon satt werden können, wir haben uns die Nüsse aber etwas aufgespart. Am nächsten Tag haben wir nach den Besichtigungen im Ortskern an einem kleinen Platz pausiert und uns einen türkischen Kaffee und einen Tee gegönnt, als Karins Blick auf ein Künstlergeschäft mit Bildern und Schmuck fiel. Den Rest überlasse ich eurer Phantasie.


So, Karin hat keine Fotos verloren, sie waren noch auf der Speicherkarte und sie hat einen Teil auf dem iPad gehabt 👍


Wir wünschen euch einen gesegneten Palmsonntag und wenn möglich, eine wohltuende Vorbereitung auf den kommenden Höhepunkt der Passionszeit.

Wir freuen uns über Kommentare