und bin mit einer anderen losgezogen!

Gut, ihr Mann war auch dabei und Karin konnte sich nicht fortbewegen, aber für eine schmissige Überschrift kann man die Betonung ruhig etwas verschieben. 😇

Also, Karin braucht immer noch für jeden Schritt die Krücken, ohne schmerzt es zu sehr. Sitzen und liegen geht glücklicherweise problemlos, lediglich der erzwungene Verzicht aufs tägliche Sonnenbad zehrt (und zerrt) an ihren Nerven. Aber im großen Ganzen schlägt sie sich recht gut, und natürlich hätte sie die Aktivitäten mit Werner und Corinna gerne begleitet.

So sind wir also gestern ohne Karin und „Bielefeld“ Richtung Süden aufgebrochen. Dort liegt nämlich Nessebar, die historisch bedeutende Halbinsel direkt am touristischen Sonnenstrand. Manch einer von euch war womöglich schon dort, andere haben hier im Blog davon gelesen oder vielleicht einen Beitrag im TV gesehen.

Meine Sorge war nicht, dass den beiden der Ausflug nicht gefallen könnte, sondern dass wir in einen hauptsaisonalen Menschenstrom geraten könnten. Aber soviel sei vorweggenommen: Es waren gerade einmal genug Menschen unterwegs, um das Ortsbild zu beleben. 👍

Die Fahrt durch die schöne Landschaft war schon ein guter Anfang, so konnten die beiden die überhaupt nicht südlich-sonnenverbrannte Natur sehen, die uns seit unseren ersten Besuchen so begeistert hat. Die gängigen Sommerziele rund ums Mittelmeer sind ja in der Regel ab Juli meistens bräunlich verbrannt und was noch „grün“ ist, wirkt eher graugrün. Das kann für ein paar Wochen Urlaub ein toller Eindruck sein, aber jedes Jahr den ganzen Sommer (und folgerichtig auch Herbst und Winter) ist das doch ermüdend.

Zurück nach Nessebar: Ohne wissenschaftliche Präzision zeige ich jetzt ein paar schöne Bilder. Die Gebäude/Ruinen stammen aus allen möglichen Jahrhunderten, vom dritten bis zum 18.

Werner hatte großen Spass und las jede Erklärtafel, falls wir nicht schon zu weit enteilt waren. Dann musste ein Foto reichen. Kann man ja später in Ruhe lesen. 😎

Wir sind (wie meistens, wenn man mit Schurmanns unterwegs ist) ziel- und planlos im Zickzack über die Halbinsel gelaufen. Leute – es war warm. Sehr warm!

Aber die engen alten Häuser mit dem vorspringenden Obergeschoss boten immer wieder schön Schatten. Außerdem kann man ja auch mal Pause machen. Natürlich mit Blick aufs Meer, Schopska und Kiöfte.

Tatsächlich waren die antiken Ruinen herausfordernder, denn die standen ungeschützt in der prallen Sonne rum. Gut zum Fotografieren, aber warm, wärmer, heiß!

Ich glaube, wir haben das meiste wenigstens kurz gestreift, manches muss halt ein anderes Mal angesehen werden. Bei 2,5 Stunden Fahrzeit (eine Strecke) wurde der Tag auch so schon ziemlich lang.


Wir sitzen vor der Rückfahrt noch etwas im Auto, um es abzukühlen, als plötzlich mein iPhone zappelt und neue Nachrichten anzeigt. Eine war von Valentin. Valentin? Das ist der freundliche Albaner, der sich um mein Motorrad kümmert.

Der letzte Stand war, dass ein Mechaniker sich das Motorrad ansehen wollte. Diese Nachricht hätte nun zwei Extreme beinhalten können. Motorrad irreparabel – Motorrad fertig.

Ich wollte mir die gute Laune nicht verderben lassen, also habe ich die Nachricht tapfer ignoriert, bis ich die zwei am Hotel abgesetzt hatte. Tadaaa! Motorrad fertig und abholbereit.

Eigentlich war es ein vermeidbarer Schaden. Natürlich hatte ich vor der Abfahrt alle Flüssigkeiten geprüft, aber der Verlust muss stetig und schleichend gewesen sein, denn eine Flüssigkeitslache wäre mir aufgefallen. Aber da war nichts unter dem Motorrad, weder bei Tankstopps noch an den Hotels. 😩🤬🤯🤷🏼

Nun ja, Karin hat mir heute direkt nahegelegt, eine schöne Route nach Albanien zu erstellen, am besten mit ein paar Urlaubstagen.

Ursprünglich hatten wir ja nach der tollen Bildungsreise in die Türkei überlegt, so etwas diesen Herbst in Griechenland zu wiederholen, aber da unser letzter Besuch erst Anfang September abreist und wir erst danach das Motorrad holen können, würde das nicht mehr passen. Man braucht zwei Tage bis Albanien, dann möchte ich erstmal ein wenig fahren, einmal um das Motorrad auf Reisetauglichkeit zu testen und dann, um selber wieder etwas Fahrpraxis zu bekommen.

Der Rückweg wird dann drei Tage benötigen, weil ich nicht mehr als 5 Stunden Kolonne (mit Karin im Auto) fahren will und so ist mal eben eine Woche weg. Dann bleiben wir doch lieber ein paar Tage mehr in Albanien und gucken uns dort Ruinen und Natur an.


Apropos Natur – die Perseiden sind im Anflug, am 12. 8. ist der Höhepunkt der Aktivität. Mal sehen, ob sich ein Enkelkind begeistern lässt, die kommen nämlich am Dienstag. Außerdem stürzt heute oder morgen Nacht (ich google das nicht extra) ein riesiges Raketenteil auf die sichtbare Seite des Mondes. Falls ihr ein Teleskop und nichts vor habt…

Die Sonnenfinsternis ist hier bei uns übrigens nicht zu sehen. 😩

Die Perseiden bei meinem Glück wahrscheinlich auch wieder nicht. 🤬


Ansonsten bin ich jetzt natürlich nicht nur Tourguide, sondern auch Krankenpfleger, Haushaltshilfe und Seelsorger, und um darauf vorbereitet zu sein, muss man sich gut vorbereiten…

Gleichzeitig beobachte ich auch aufmerksam die Umgebung, damit ich meiner Lieblingsfrau kreativ helfen kann. Dabei ist mir diese Lösung aufgefallen:

„Agility“😂

Falls ihr noch weitere Ideen habt…


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