Was gehört zu einer anständigen Vorbereitung auf den Winter?

Genau! Das Anlegen von Vorräten. Karin hat fleißig Mandeln gesammelt, während ich beim Lidl den ersten Butterstollen gekauft habe. Vorbereitung ist alles! 😇


Heimarbeit

Obwohl wir bis jetzt noch überwiegend sonnige Tage hatten, ist doch sehr kühl und windig, so dass wir deutlich mehr Zeit drinnen als draußen verbracht haben. An mehreren Tagen habe ich darum versucht, die ausgewaschenen und ungleichmäßig (von mir und diversen Vorgängern) reparierten Fugen im Badezimmer auszugleichen, was mir letztendlich relativ gut gelungen ist. Jetzt muss ich nur noch den überschüssigen Belag von den Fliesen wischen und das Ganze mit Fugenfarbe gleichmäßig weißen.

Die Abende habe ich damit verbracht, endlich einmal wieder meinen Computer warm laufen zu lassen, indem ich zwei Videos fertiggestellt habe. Zum einen ein (hochkant geschnittenes!) Video von den zwei Tagen Whisky Verkostung.

Das „dürft“ ihr ausnahmsweise auf dem Smartphone gucken. 😎

Zum anderen ein Video von unserem mehrtägigen Ausflug nach New York. Ich verlinke hier erst einmal nur den Trailer, denn das vollständige Video musste ich noch einmal komplett neu rendern lassen lassen. Für die nicht ganz so technikaffinen Leser: wenn man im Schnittprogramm alle Teile (Videos, Fotos, Übergänge, Titel, Musik…) zusammengebastelt hat, muss das Programm daraus den kompletten Film in einem Stück zusammenfügen. Das nennt man rendern. Um die bestmögliche Qualität zu erhalten, habe ich die Einstellungen dafür so gewählt, dass das Ergebnis leider auch eine absurd große Datei ergibt. Während dieses Rendern schon fast 2 Stunden braucht, dauert die Verkleinerung für YouTube noch einmal zweieinhalb Stunden, bevor dann überhaupt der Ladevorgang zu YouTube beginnen kann. Der dauert unter Umständen auch noch mal 1 Stunde. 🤯

Und das, obwohl ich einen wirklich schnellen Rechner habe.

Nachdem das fertige Video von Anika, Brad und Ben wohl sehr genossen wurde, sollte ich doch bitte ein Bild herausnehmen. „Nur herausnehmen“ bedeutet in diesem Fall aber, den ganzen Prozess noch einmal durchlaufen zu lassen, nur weil man ein Bild geändert hat. 😩

Deswegen arbeitet gerade im Hintergrund mein Mac, im Vordergrund läuft meine Stereoanlage. Dazwischen sitze ich und schicke euch erst einmal den Trailer:

Karin hat derweil eine neue Serie (Moskito Küste) entdeckt und dabei -mal keine Perlen, sondern- Bilder in Arbeit gehabt. Wenn sie fertig sind und ich die Erlaubnis habe, liefere ich euch ein paar Bilder von den Bildern. Gerade hat sie allerdings angefangen, unser Abendessen vorzubereiten.

Genauso werdet ihr nach Fertigstellung die ausführliche Fassung des New-York-Videos sehen. Da lohnt es sich aber, einen größeren Bildschirm als den des Smartphones zu benutzen, 100-stöckige Hochhäuser auf 10 cm Bildschirm wirken ein bisschen mickrig.😂


Den Schnittlauch konnte ich schon wieder ernten, es gibt aber keine Fotos davon – immer noch eine sehr klägliche Ausbeute. Dafür ist meine Ananaspflanze riesig groß geworden und weil sie nicht winterfest ist, musste ich sie jetzt langsam reinholen. „Riesig groß“ und „drinnen“ verursachen ein Problem:

Nicht nur, dass ich einige der weit in den Raum ragenden Blätter brutal kürzen musste, es hielten sich auch locker ein Dutzend Stinkwanzen im Blattwerk verborgen, die ich einzeln mit Glas und Papier ins Freie gesetzt habe. So eklig!



Bericht vom Whiskyverkosten

Entgegen meiner letzten Ankündigung habe ich mich dafür entschieden, hier ein paar Worte unterzubringen. Alle, die das nicht interessiert, können diesen Absatz gefahrlos ganz nüchtern überspringen.

Ich war ja auf die Veranstaltung von meinem Whisky-Dealer aufmerksam gemacht worden, der mir bei der Bezahlung eine Einladungskarte in die Hand drückte. Höflicherweise habe ich die angenommen und mir zu Hause das Ganze im Internet angesehen. Für manche Bereiche der Seite gab es eine englische Version, an anderer Stelle musste ich mir über die Übersetzungsfunktion von Firefox weiterhelfen, bin aber klar gekommen. Ich hatte ja schon geschrieben, dass mich eine der „geschlossenen“ Verkostungen besonders angesprochen hat, in der es außergewöhnlich alte und teure Whiskys zum Probieren gab.

Das Ganze lief so ab,

dass ich einmalig 28 € Eintritt zahlen musste. In dem Preis war allerdings ein geschliffenes Nosing-Glas (seht ihr auf den Fotos im Video immer wieder) enthalten, zusätzlich zehn Euro auf der Verzehrkarte und so viele Wasserflaschen, wie ich brauchte. Die ganze Veranstaltung war bargeldlos, lediglich der eine Verkaufsraum war mit herkömmlichem Kassenbereich ausgestattet. Also bin ich erst einmal los und habe mir etwas Taschengeld (hier wohl besser: Trinkgeld!) auf die Verzehrkarte laden lassen, denn jedes Probiergläschen kostete. Für jeweils 1,5 cl wurden Preise zwischen 2,50 € und 65 € aufgerufen. Ich sag mal so, wenn das Pröbchen fünf Euro kostete, lag der Flaschenpreis zwischen 80 und 100 €. Ihr könnt dann einfach hochrechnen, was wohl der Flaschenpreis bei einer 65 € Probe ist. 🤯

Richtig, genau deswegen hab ich mich so auf die letzte Verkostung gefreut, denn dort bekam ich für 50€ immerhin sechs solcher hochpreisigen Whiskys. Um es vorwegzunehmen, die waren wirklich klasse, aber wie immer im Luxussegment stellt sich die Frage, ob sie so viel besser sind, wie sie mehr kosten. Das gilt aber für Autos genauso wie für Stereoanlagen oder Immobilien, wenn die Qualität an das maximal Mögliche herangeht, gehen auch die Preise an das maximal Mögliche heran.

Mist, jetzt sind mir wieder zwei Absätze beim Sichern verloren gegangen

Zwei besonders erwähnenswerte…

Also, was ich ungefähr geschrieben hatte: Besonders erwähnen möchte ich die zwei Whiskys, die extra für den bulgarischen Markt abgefüllt wurden. Zum einen war das einer von Glenallachie und ein anderer von Highland Park. Der Mensch am Stand von Highland Park hat mir dann erklärt, dass man sich in Schottland darüber Gedanken gemacht habe, wie man einen Fuß in den bulgarischen Markt bekommen könne, denn dort wird überwiegend Rakia, also Obstler getrunken. Ein wichtiges Kriterium war auf jeden Fall ein hoher Alkoholgehalt! 👍 Beide haben mir richtig gut geschmeckt, vielleicht, weil ich schon ein halber Bulgare bin?

Bei den anderen probierten Whiskys hat mir nur der allererste überhaupt nicht geschmeckt, das kann aber auch daran liegen, dass ich am frühen Nachmittag selten Hochprozentiges trinke. 😇

Die anderen konnte ich durchweg genießen, allerdings hatten die das Problem, dass meine Erwartungshaltung wegen des abschließenden Verkostungsseminars ausgesprochen hoch war, also im Sinne von: ach ja, ist schon recht gut, aber wer weiß, was noch kommt? Übrigens, alle Flaschen, die ich aus der Nähe fotografiert habe, habe ich auch probiert (ein oder zwei fehlen). Bedenkt aber bitte: verteilt auf etliche Stunden an zwei Nachmittagen von 17:00 bis 21:30 Uhr.

Gekauft habe ich übrigens – nichts! Nix! Nada! Niente!

Und das kam so:

Beim ersten Tasting

gab es Whiskys von einer brandneuen Destillerie. „Brandneu“ meint bei Destillerien etwa 10-15 Jahre. Die Gründer waren alte Hasen der Whisky-Industrie, die auf ihre alten Tage etwas wirklich Eigenständiges machen wollten. Dazu haben Sie die 300 Seiten Whisky-Gesetzgebung in Schottland studiert und alles, was dort nicht ausdrücklich verboten war, in ihre neue Destillerie eingebaut, wenn sie sich davon geschmacklich etwas versprochen haben. Das klang interessant, bedeutete aber gleichzeitig, dass kein Whisky älter als zehn Jahre sein konnte (Planung, Bau, erste Destillation, Fassreifung) und ihr wisst sicherlich, dass Alter ein wesentlicher Indikator für Qualität und Geschmack ist (wie bei mir 😎).

Auch bei dem Design der Flaschen haben sie sich nicht an den Standardformen orientiert, sondern französische Designer beauftragt. Dummerweise waren wohl die Rückmeldungen der Barkeeper so, dass sie die Form in der nächsten Auflage etwas verändern müssen. Die Auflagefläche ist denen zu zart und der Vollmetall(!)korken zu schwer.

Eine der vielen Regeln im Haus des Schurmanns ist, wenn mir der Whisky schmeckt und Karin die Flasche gefällt, wird er gekauft. Ihr dürft dreimal raten, welche der vier verkosteten Sorten nicht im Verkaufsraum zu finden waren! Die mit der schönsten Flasche und dem besten Geschmack!

Die zweite Präsentation

war von einem so genannten „unabhängigen Abfüller“. Das sind Unternehmen, die dort, wo sie attraktive Fässer zu einem guten Preis bei Destillerien finden, diese kaufen und selber jahrelang lagern, bevor sie sie unter ihrem Namen (manchmal mit kleinem Hinweis auf die originale Herkunft) abfüllen und verkaufen. Tatsächlich verändert allein die Lagerung an einem anderen Ort den Geschmack nicht unbeträchtlich, so dass bei diesen unabhängigen Abfüllern oft zu sehr gutem Preis exzellente Whiskys zu bekommen sind. Hier waren es sog. Raw Cask Abfüllungen, die ich geschmacklich hoch interessant fand. Mit 58 % waren sie aber für meinen Geschmack zu heftig, mit Wasser verdünnt dann aber deutlich besser genießbar. Also lecker!

Der Vortrag war -anders als die beiden anderen- nicht in Englisch, sondern in Bulgarisch gehalten. Mein iPhone und das Übersetzungsprogramm sollten mir helfen. Das hat auch die ersten 10 Minuten recht gut geklappt, aber dann waren die Spätfolgen des nachmittäglichen Alkoholkonsums der Teilnehmer unüberhörbar und der arme Google-Übersetzer wurde komplett überfordert, als die Wortbeiträge von U-Booten zu Fußballspielen zu politischen Anspielungen wechselten. 🤪

Als ich am nächsten Tag den Mann von der Vorführung hinter seinem Stand sah, habe ich ihn darauf angesprochen, warum er von den etwa 20-25 Flaschen, die dort vor ihm standen, nur vier zur Verkostung mitgebracht hat. 😇

Wir kamen darüber ins Gespräch und er bot mir anschließend eine kostenlose Probe an, die ich aber erst einmal abgelehnt habe. Später kam ich nicht ganz zufällig wieder bei ihm vorbei und habe mir von ihm etwas empfehlen lassen. Und siehe da, die Flasche hätte ich tatsächlich ebenfalls gerne gekauft.

Ein amerikanischer Whisky aus Seattle (von der Westküste!), der in Schottland im Fass gereift war. Er hatte sie nur noch geöffnet -aber voll- da und wollte immer noch 130 € dafür haben. Meine Schmerzgrenze lag bei 100 €, schade. Ein dritter Whisky war auch noch auf meiner Wunschliste, der aber ebenfalls nicht im Verkaufsraum vorrätig war, und der günstige „ich-nehme-ihn-einfach-mit“-Whisky – den wollte ich dann aus Prinzip nicht mehr haben.😂

Das wäre dieser hier gewesen.

Zu guter letzt

-oder besser vorletzt- dann die Verkostung mit den alten und teuren Whiskys. Das war wirklich eine eigene Liga.

Die Firma gehört einer Familie in dritter Generation und es ist die einzige private, die in jeder Whiskyregion eine eigene Destillerie unterhält. Der älteste Whisky in der Präsentation war 31 Jahre alt und stammt aus einer Destillerie, die vor 30 Jahren stillgelegt und jetzt von Ihnen gekauft, wieder aufgebaut und in Betrieb genommen wurde. Der Whisky stammt demzufolge noch aus den Restbeständen der vorigen Besitzer. Auf die nächsten 30-jährigen muss man leider wieder etwa 20 Jahre warten. So lange muss ich dann wohl am Leben bleiben. 😇

Der zweite von links fiel etwas ab. 🤪

Die kompetente Frau, die uns das vorgestellt hat, stellte zu Beginn die Frage nach dem Hintergrund der Teilnehmer: Barkeeper, Händler oder Whisky-Enthusiasten? Da ich mich keiner der Gruppen zugehörig fühle, habe ich mich im Anschluss gemeldet und als ich dran kam, laut gesagt: Drinker!

Großes Gelächter, dann mehrfache Zustimmung. Es muss halt nur Einer aussprechen, dann finden sich auch andere, die sich vorher nur nicht getraut hatten, das so von sich zu sagen. 😎

Jetzt aber „zu guter letzt“.

Einer der Stände in der großen Halle war nicht markengebunden, sondern von so etwas wie einem Whisky Club und die hatten etwa 15 Flaschen von exotisch bis exorbitant aufgebaut. Da an den Flaschen in der Regel Etiketten mit dem Preis für ein Probegläschen klebten, wusste ich, dass die meisten für mich nicht mal als Probeschluck infrage kämen 😩

Der 50-jährige

Dort fiel mein Auge aber auf eine Flasche, die ich mir genauer ansehen musste: ein 50-jähriger Single Grain aus Invergordon.

Nochmal ein Einschub für die Nicht-Trinker unter den Lesern: Single Malt muss in einer Brennerei in Brennblasen(!) hergestellt werden. Die werden einmal befüllt, destillieren diese Füllung und werden dann geleert und gereinigt für eine nächste Füllung. Single Grain dagegen ist die Destillation in hintereinander geschalteten Apparaturen, die kontinuierlich die Flüssigkeit durchfließen lassen. Diese Whiskys sind deswegen deutlich billiger in der Herstellung und werden überwiegend den so genannten blended Whiskys, also gemischten Whiskys beigemischt. Deswegen werden die meisten davon auch gar nicht erst in Holzfässern gelagert, sondern wandern direkt zu den Produzenten von Johnny Walker, Ballantines, Dimple & Co.

Aber es gibt Ausnahmen, wo ein Hersteller doch einige Fässer mit Grain Whisky füllt und weglegt. So wie Invergordon.

Ich habe eine Geschichte damit: vor vielen Jahren war ich online auf der Suche nach günstigen Whiskys und bin auf einen unabhängigen deutschen Abfüller gestoßen. Bei meinem sprichwörtlichen Glück mit solchen Sachen ist der kurzer Zeit später pleite gegangen und die Restbestände wurden von einem Geschäft in Oberhausen aufgekauft 😩.

Das war genau der schon so oft von mir erwähnte Whiskyhort in Oberhausen. Dort fand ich im Regal einen 43-jährigen Invergordon Single Grain (des pleite gegangenen Abfüllers) und nach kurzer Diskussion mit meiner anwesenden Gemahlin habe ich mir diesen seltenen Tropfen mit der Begründung gekauft, dass ja nur noch fünf Flaschen weltweit übrig seien und ich deswegen nicht bis zu meinem Geburtstag oder gar Weihnachten warten könne (außerdem war der Preis konkurrenzlos günstig). Als kurze Zeit später meine große Tochter ihren amerikanischen Mann in Deutschland kirchlich heiratete, habe ich für die Feier die vorletzte vorhandene Flasche gekauft.

Hat allen geschmeckt!

Um sich zu revanchieren, ist Brad hinter meinem Rücken (!) zum Whiskyhort gefahren und hat die allerletzte Flasche gekauft, die wir dann am folgenden Weihnachtsfest geöffnet haben.

Und genau diesen Whisky gab es hier als 50-jährigen!

Probe 15€, rechnet selber! 🤪

Das war genau der richtige Abschluss, danach ging’s wie am Vorabend mit dem Bus zurück.



Schluss mit Whisky

Wir wünschen euch allen einen gesegneten Sonntag und hoffen, dass ihr noch genügend Wintervorräte an Wohlgefühl und Wohlbefinden anlegen könnt.

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