Und das war mit Abstand das Spannendste der letzten Tage. Ansonsten haben wir nämlich den langweiligsten Besuch, den man sich denken kann.

Mittags alle zum Strand, irgendwann schön von der Sonne aufgewärmt zum Duschen in die jeweiligen Apartments und abends wieder gemeinsam bei uns zum Abendessen treffen.


Aber zurück zur Überschrift: Rolf wollte mal wieder angeln (er macht das so selten wie ich) und so haben wir die Frauen am Strand abgesetzt, Liege und Schirm aufgebaut, sind dann zurück zu unserer Wohnung, um das Angelzeug einzupacken. Ich wollte schon immer mal unter der Asparuhovo-Brücke angeln.

Dort drunter verläuft die Schifffahrtsrinne zur Bucht und den Hafenanlagen im Landesinneren. Meiner Meinung nach müssten dort zahlreiche Fische vorbei schwimmen. Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass die Fische meine Meinung nicht teilten.

Während wir mit Schnüren, Rollen, Ködern und unserer Unfähigkeit kämpften, ertönte plötzlich ein markerschütternder Schrei und von der Brücke stürzte jemand runter.
Puh – nur eine Bungee-Springerin.
Noch ein paar Schreie mehr, damit unser Puls nicht direkt wieder runter kam, dann baumelte sie längere Zeit zwischen Brücke und Wasser.
Das kam wirklich völlig überraschend, denn auf unserer Fahrt dorthin kamen wir an einem Werbeplakat dafür vorbei und ich hatte Rolf vollmundig erklärt, dass trotz des schönen Plakats den ganzen Sommer keine Aktivitäten auf der Brücke stattgefunden hätten.
Etliche erfolglose Angelversuche später (abgerissene Köder inklusive) sprang auch ein Mann von der Brücke – offensichtlich mit mehr Angst als die Frau, denn er kam fußabwärts runter und als das Gummiseil sich straffte, wurde er sehr unsanft in die Kopfüber-Haltung gerissen. Sein erster Schrei klang deutlich mehr nach Schmerz als Vergnügen. Aber soweit ich weiß, soll man sich deswegen auch vornüber fallen lassen (ich spreche nicht aus Erfahrung!).
Wir wollten dann noch einen anderen Platz im Hafen probieren, aber der war so überfüllt mit Petrijüngern, dass wir beschlossen, unser Zeug zurückzubringen und den Frauen am Strand Gesellschaft zu leisten.
Die hatten sich derweil in eine Strandbar (mit lausiger Bedienung) zurückgezogen und Scrabble gespielt.

Die Saison war für die davon abhängige Ferienindustrie wohl ziemlich mau, wir fanden tatsächlich am Wochenende (noch sind Ferien hier) einen Parkplatz an unserem Strand! Also einen ohne Knöllchen-Risiko. 🤪
Karin und ihrem gebrochenen Schambein geht es zunehmend besser, aber ins Meer kommt sie bei uns leider nicht. Zum einen hatten wir ordentlich Wellengang und Strömung, zum anderen gibt es kurz hinter dem Ufer im Meer eine „Stufe“, die auch schon ohne Krücken herausfordernd sein kann. Deswegen haben wir unseren Gästen am Montag eine Tour Richtung Kap Kaliakra zugemutet. Dort gibt es auf der Nordseite eine natürliche Bucht, die für Fischerboote zusätzlich künstlich verengt wurde. Dort -so wussten wir- gibt es ein fast Rollstuhl freundlichen Strand. Ideal, um auch meiner Hinketrine mal ein Bad im Meer zu gönnen.
Obwohl die Bucht sehr abgelegen und schlecht zu erreichen ist, waren wir nicht allein. Platz war dennoch mehr als genug vorhanden.


Sogar ein Eiswagen hatte sich dorthin verirrt, aber auch die Preise fürs Eis hatten sich ziemlich verirrt. 🤯

Wenn Rolf und Iris kommen, ist eins so sicher wie das Amen in der Kirche – es gibt Computerdinge zu erledigen. Diesmal unter anderem ein Diensthandy, das nach einem Wasserschaden (?) nicht mehr lief. Mittlerweile hatte die IT der Firma ein neues ausgegeben, aber mit einem anderen Benutzeraccount, weswegen die Fotos auf dem alten unerreichbar waren. Natürlich (!) konnte Schuri das lösen 😎, aber noch bevor die Fotos am nächsten Tag von Rolf irgendwohin gesichert werden konnten, wurde das Teil heiß und versagte wieder. Diesmal bekam ich es nicht mehr ans Laufen, aber beim Aufwachen hatte ich eine andere Idee. Irgendwas mit Cloud und so. Die klappt auch prinzipiell, aber irgendwie nicht mit 8000 Fotos und Videos. 🤬
Mit den 2-5 anderen „Fragen“ rund um ihre EDV will ich euch heute gar nicht behelligen. 😂
Wie gesagt, Karin geht es besser, mittlerweile geht sie los und hat ihre Krücken vergessen. 🩼🩼
Treppenstufen klappen aber immer noch nur mit Festhalten am Geländer und einer Krücke. Montag werden wir wieder zum Hausarzt fahren und besprechen, ob es so etwas wie Physiotherapie geben wird. Der Orthopäde wollte uns nicht mehr sehen. 🤪
Insgesamt rückt aber die Möglichkeit, mein Motorrad in Albanien noch im September abzuholen, in greifbare Nähe. Dazu muss Karin wieder selber Autofahren können. Davor müssen natürlich noch Sachen geregelt werden, zB Versicherung erneuern, Nummernschild bereitlegen und – neue Motorradstiefel besorgen. Meine waren schon vor der letzten Tour mehr als verschlissen, deswegen habe ich sie damals in einen albanischen Mülleimer gestopft.
Also vorige Tage die Kleinanzeigen-App (ich will immer noch eBay-Kleinanzeigen sagen) durchstöbert und Stiefel in meiner Größe gefunden, die angeblich kaum getragen waren. Der Verkäufer gab noch etwas Nachlass und war bereit, nach Bulgarien zu verschicken. Sonntag sagte die Sendungsverfolgung, dass am 1. die Zustellung erfolgen wird. Treue Leser wissen, es folgt die Nachricht: Zustellung erfolglos! Und ich fahre dann zur Poststelle und hole das Paket selber ab.
O Wunder! Das iPhone klingelt heute Morgen. Eine unbekannte bulgarische Nummer. Könnte das Restaurant sein, in dem wir für heute (Dienstag) reserviert haben. Also gehe ich dran. Ist jemand von Speedy. Nach kurzem hin und her stellt sich heraus – der steht mit dem Paketauto vor unserem Haus und wartet darauf, dass ich rauskomme. 😁
Es geschehen Zeichen und Wunder!
Die Stiefel sind übrigens fast neu und passen vorzüglich.
Die Reservierung war also weiter gültig und heute Abend waren wir im kleinen Fischerhafen und hatten eine schöne Zeit mit einem schönen Tisch am Wasser und leckerem Essen. Wir hatten eine sehr freundliche Bedienung, aber irgendwie war heute der Wurm drin. Die erste Runde Bier war zur Hälfte Schaum 🍻, ein (leckeres) Fischgericht war mit ziemlicher Sicherheit nicht der angegebene Fisch (aber auch nach mehrmaligem Nachfragen blieb die Bedienung dabei) und eine zweite Runde Bier kam und kam nicht. Irgendwann hatten wir Sorge, dass die uns alle Anfragen nach dem Bier zusammengefasst hinstellen. Das wären selbst für uns ein paar zu viel gewesen. 🍻🍻🍻🍻🍻🍻😇
Klingt jetzt hoffentlich nicht zu schlimm, es war eher kurios/witzig.




Die letzten gemeinsamen Tage sind schon verplant… exakt wie alle anderen. 😂
Gut, dass ich das jetzt geschrieben habe – morgen soll es selbstgemachtes Brot geben und ich hätte fast vergessen, den Sauerteig aufzufrischen.
Also Schluss jetzt. Genießt die Ruhe, wenn alle lärmenden Kinder vormittags in der Schule verschwinden. 😎












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