Auch wenn es vielleicht naheliegt, ich rede nicht von Politik oder der Deutschen Fußballmannschaft. 😎
Wir sind also in Vestavia, Alabama, nahe Birmingham (nicht dem in England!). Am Freitagmorgen ging es los und obwohl wir ja schon genügend Erfahrung gesammelt haben sollten, waren wir wieder aufgeregt/angespannt. Ich übrigens mehr als Karin. Aber sie ist ja auch älter, da kann man schon mal abgeklärter sein…
Wir durften -wohl als Seniorenbonus- jeder zwei Koffer mitnehmen und das war einerseits gut, weil ein Koffer mit Anika’s Skikleidung mit sollte, andererseits nicht so, weil es ja dazu verführen könnte, mehr Kram als nötig mitzunehmen. Ich wollte mich keinesfalls mit vier Koffern plus x durch die Gegend quälen.

Wir sind aber bequem mit dreien ausgekommen, wobei noch zu erwähnen wäre, dass eine Kofferhälfte voller Chipstüten für Anika war.
Der zweite Grund für meine Anspannung, neben dem üblichen grundlosen Teil, war der mitgenommene Alkohol. Brad hat Geburtstag und wir sind wohl hier und da eingeladen. Also dachte ich an Bulgarische Erzeugnisse und weil die Amis bei der Lebensmitteleinfuhr wegen Seuchenschutz sehr pingelig sind, wurde es verschlossener Alkohol. Natürlich habe ich Freigrenzen und Mengen gegoogelt und obwohl wir in Summe drunter waren, hatte ich zwei Informationen mitgenommen: 1.) Auch zollfreie Mengen müssen deklariert werden. 2.) Man darf beliebig viel für den persönlichen Bedarf mitnehmen und der Einfuhrzoll ist überschaubar niedrig.
Mein Plan war, bei der Einreise einfach einen Zöllner zu fragen, wie das mit unserer kleinen Menge korrekt laufen sollte. Spoiler: Da wurde nichts draus, weil wir ewig an der Passkontrolle standen und zu den letzten 20 Eingelassenen gehörten.
Der Flug sollte um 9:30 Uhr in Warna losgehen und uns über Istanbul nach Atlanta bringen. Natürlich (!) ist unsere Airline nicht in der Lage, einen Online-Check-in durchzuführen, wenn man mit der Esta-Genehmigung fliegt. Wir waren am Vortag extra nochmal am Flughafen deswegen. Aber keine Chance auf frühes Einchecken. 🤬
Wir verbanden den Besuch auf dem Flughafen mit einer Tasse Kaffee (plus Erdbeeren mit Sahne) bei Heinz und Eckhardt, denn die brauchten noch unseren Schlüssel zum Blumengießen. Ratet, was uns am Airport einfiel!
Also haben wir ihnen den normalen Hausschlüssel dagelassen, denn Kiril hat ja eine Reserve. Tja, es war nur niemand zuhause! 🤪
Kiril war auswärts und Simona am Kindergarten, in einer halben Stunde würde sie kommen.
Ratet!
Wir sind erstmal ein gemütliches Bier trinken gefahren (war schon das zweite, denn bei Maja hatten wir schon ein Abschiedsbier genossen), doch als wir 50 min später zurückkamen, war immer noch niemand da. Dafür kam Regen – und Gewitter. Also haben wir versucht, das Beste draus zu machen und sind auf die Terrasse im dritten Stock gegangen, um Blitze zu gucken.

Irgendwann war Simona zurück. Es gab Probleme am Kindergarten. Kann passieren- besonders, wenn es uns betrifft. 😎
Bei internationalen Flügen soll man ja drei Stunden vorher am Flughafen sein, also sind wir 4:45 Uhr aufgestanden, haben uns Kaffee (und fertig) gemacht, bevor das Taxi kam.
Wir sind dann das erste Mal Tesla gefahren. Ziemlich cool. Außerdem wusste der Fahrer wohl, dass die Polizei erst ab 8 Kontrolliert, denn wir waren in der Hälfte der normalen Fahrzeit am Flughafen. 🏁
Wer unsere Berichte kennt, kennt ja auch unseren Flughafen. Wir wollten deswegen auch „nur“ zwei Stunden früher dort sein, aber Dank des Fahrstils haben wir doch zweieinhalb Stunden rumgesessen. Es war nämlich menschenleer.

Unser Flieger startete Richtung Meer und ich hatte einen Fensterplatz Richtung Warna. Sonst starten wir immer andersrum, also von der Stadt weg. Diesmal endlich eigene Luftbilder…



Müde waren wir, aber der Flughafen hatte -bestimmt absichtlich- nur unbequeme Sitze ohne Möglichkeit zum Anlehnen. Der Flug nach Istanbul dauerte nur 1,5 Stunden, wovon ungelogen fast 30 min Fahrerei mit dem Flugzeug übers Gelände waren 😂, da konnten wir auch nicht schlafen.
Im nächsten Flieger waren wir die Letzten – buchstäblich, denn wir saßen in der letzten Reihe, da wo es seitlich nur noch zwei statt drei Sitzen gibt. Auch schön, so zu zweit…

Wie schon erwähnt, waren wir nicht nur im Flieger die letzten, weswegen der Zoll von uns ignoriert wurde. Ich habe aber auch nirgends einen Hinweis gesehen (fürs nächste Mal).
Irgendwie ganz gut, denn Brad hat ja Geburtstag, während wir hier sind und dafür habe ich ihm kubanischen Rum mitgebracht, den es wegen des Embargos hier nirgends geben dürfte. Ob der durch den Zoll gekommen wäre?
Anika hat uns abgeholt und natürlich wurde unterwegs ein Burgerladen besucht. Nicht, dass wir im Flugzeug nichts bekommen hätten (uns schmeckt‘s da immer), aber Tradition ist Tradition.
Ab ins Bett und am nächsten Tag den Enkel begrüßen, Geschenke austeilen und – zum Pool gehen. Genau das Richtige für unausgeschlafene Großeltern mit Jetlag.


Damit unsere Müdigkeit schneller vergeht, gab es eine kleine Vorführung, aber wir waren zu begriffsstutzig, deswegen gab es dazu einen Infozettel:

Genau, was ihr denkt: Die Tochter überraschte uns mit der Aussicht auf 3 Tage New York!🌭🦕🚌🍕🦅🏙️
Damit wären wir beim Hoch. Was also könnte das Tief sein?
Ben hat vor kurzem eine Eidechse samt Terrarium bekommen und das Tier muss zur Zeit noch mit lebenden Grillen gefüttert werden. Ich dachte ja, Karin wäre vor nix fies, aber heute, als alle auf Arbeit oder im Feriencamp waren, MUSSTE ICH LEBENDE GRILLEN EINFANGEN, TRANSPORTIEREN UND VERFÜTTERN!
Ich fühlte und fühle mich verraten, weil ich das jetzt unter der Woche dauernd machen muss. 😩
Tiefpunkt wäre also auch geklärt.
Gestern gab es übrigens überraschend für alle einen Robotergeburtstag. Ben hat nämlich das Konzept von Taschengeld und Geldverdienen verstanden und sich einen ferngesteuerten Roboter gekauft. Dessen „ersten“ Geburtstag hat er gestern mit uns gefeiert – inklusive Geschenken für den Roboter und Kuchen für uns. Hier ein Bild der Gäste mit dem Geburtstagskind (klein und blau).

Bevor ich jetzt gleich im strömenden Alabama-Regen Anika von der Arbeit abhole, muss ich natürlich erwähnen, dass ich nicht nur mit Grillen, sondern auch mit Hunden kann. Kaum zur Tür rein, bin ich sofort Boones Lieblingsmensch. Entsprechend war ich auch schon mit ihm draußen – und Brad bekam heute direkt eine Online-Nachbarschaftsbeschwerde, weil jemand Hundekottütchen vors Haus gelegt hätte.

Also mindestens zwei finden das total lächerlich.

Eine schöne Woche, wünschen wir euch, wo auch immer ihr euch gerade befindet.










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