Am Montag konnten wir überraschend früh aufbrechen, denn ich hatte schon die Augen offen, als der frühe Vogel noch nicht mal an seinen Wurm gedacht hat. 💪
Wie meistens ging es über die Donaubrücke in Ruße (mit scharfem s). Wenig Verkehr, keine Irren unterwegs und angenehmes Wetter. Nach zwei katastrophalen Erfahrungen mit den Umgehungsstraßen von Bukarest (nicht Budapest, wie man dort selbstironisch plakatiert) fahren wir weiträumig eine Diagonale über Landstraßen. Diesmal sollte es noch etwas weiter entfernt vorbeigehen, was aber nur teilweise funktionierte. Nicht schlimm, im Frühling sind fast alle Strecken schön zu fahren.
Unmittelbar vor den Karpaten hatte ich eine Unterkunft gebucht. Diese war es nicht, obwohl die Adresse fast gestimmt hat.


Unsere Übernachtung war gemauert und hatte fließendes Wasser, ein Komfort, den wir doch sehr zu schätzen wissen.

Da unser Kühlschrank rechtzeitig leergegessen worden war, wollten wir im Ort nur noch etwas zu Brot, Butter und Käse in unserer Kühlbox hinzukaufen. Upps! Brot vergessen. Also war der Einkaufsweg keine Option mehr, sondern Notwendigkeit. 🤬
Es war in aber Rumänien offensichtlich auch Ostermontag, alles zu! 😩
Ganz zuletzt fand sich glücklicherweise ein areligiöser Kaufland, der noch 30 min offen hatte. Bäckerbrot war aber schon aus und es wurde Tütenweißbrot. Getoastet trotzdem viel zu lecker…
Ich hatte ja kurzfristig überlegt, mit Karin über den Transfaragasan zu fahren, der noch bis Juni zu hat. Wir haben das tolle verschneite Panorama gesehen und hätten dort auch gar nicht lang fahren wollen.

Unser nächster Stopp war dann in Oradea und wir hatten Zeit für die Festung, in der seit etwa 1100 Könige und sogar der deutsche Kaiser Sigismund beerdigt wurden. Also der Ort hatte mal europäische Bedeutung.
Wir waren eigentlich zu spät, aber auf mein Bitten und Betteln hin bekamen wir noch Eintrittskarten für einen Teil der Anlage. 👍




Drinnen war es interessant, nicht der totale Wahnsinn, aber durchaus sehenswert. Es begann im Keller mit einer Ausstellung von Projekten eines Herrn daVinci (nie gehört, aber kurzweilig).


Ansonsten Vitrinen und Grundmauern/Gräber unter gläsernen Laufwegen.
Wir waren eigentlich fast fertig, als wir unerwartet eine kostenlose Privatführung des letzten verbliebenen Mitarbeiters bekamen. Ein paar Brocken Englisch, noch weniger deutsch, ergaben in Kombination mit meinem restlichen (Kirchen-)geschichtlichen Wissen eine unterhaltsame Bildungseinheit. Tatsächlich war die Anlage seit den Türkenkriegen österreichische Kaserne und später unter Ceaușescu weiterhin. Nix mit Pflege der Geschichte. Erst mit Hilfe der EU wurde und wird hier die Geschichte wieder freigelegt und zugänglich gemacht.






Bei aller Liebe zum Brot – wir hatten echt Zuviel davon gegessen, also war der Plan, ein Restaurant zu suchen. Die Vermieterin hatte uns etwas vorgeschlagen, was ganz gut klang, doch bevor wir (nach dem Festungsbesuch) eine Entscheidung treffen konnten, kam die Nachricht, dass der Laden schon um 17 Uhr schließen würde. 😩
Schurmanns und ihre Restaurantbesuche. 😂
Aber sie nannte uns eine Alternative, nicht weit von der Festung entfernt. Was ein toller Tipp. Der wärmste Tag bisher und sie empfiehlt uns ein Brauhaus mit Biergarten.




Das schöne Wetter war auch der Grund, warum wir lieber noch etwas am Quartier draußen saßen, als die Privatsauna an unserem Zimmer zu nutzen. Jaja, für 24€ mit Sauna und Whirlpool. 😎






Heute war die längste Etappe, was wie so oft an unserer bekannten Knickerigkeit in manchen Punkten liegt. Wir wollten weder in Ungarn noch der Slowakei Maut bezahlen noch dort irgendwo übernachten. In Rumänien und Polen geht das nämlich deutlich billiger. Also vor, bzw. hinter den Grenzen übernachten und dann auf Landstraßen quer durch, so wird das gemacht! 💪
Das Wetter war echtes Aprilwetter, von 10-21°, Sonne, Wolken bis leichtem Regen war fast alles dabei, Schnee hat gefehlt, aber den gab es wieder auf den Berggipfeln an der Strecke (hohe/niedrige Tatra?).
Die Fahrt war durch unbekannte Gegenden geplant, die sicher nicht versehentlich auf Mautstrecken führen würden wie beim letzten Mal, wo ich deswegen ein teures Knöllchen nach Warna geschickt bekam. 😡🤬
Heute haben wir frühzeitig an Brot gedacht.

Es war gerade genug für die Snacks unterwegs 😂
Also haben wir unterwegs gegoogelt, ob in der Nähe des ziemlich abgelegenen Quartiers (in dem wir schon mindestens 4x als reine Selbstversorger waren) vielleicht doch ein Lokal wäre. O Wunder. So abgelegen unser Haus hier liegt, gibt es einen komplett verborgenen kleinen Ort mit Wintersport und zahllosen Unterkünften, samt diverser Restaurants oben am Berg.
Jetzt wird es wieder typisch: Karin bestand darauf, dass wir noch vor dem Einchecken am nächstgelegenen Restaurant vorbeifahren, um ganz sicher zu gehen. Tatsächlich führte uns die mautfreie Strecke genau durch den verborgenen Ort, also konnten wir das Restaurant checken. Licht drinnen, Kreidetafeln mit Tagesgerichten und Bierpreisen (hier üblich!) draußen, Check!
Wir also zur Unterkunft, alles ausgeladen, uns kurz erfrischt und dann wieder hoch. Vielleicht eine halbe Stunde später…
Ratet!
RATET!
Die hatten geschlossen. Licht aus, Schilder weg – einfach total zu!
😩😩😩😩😩😩😩🤯🤯🤯
Nach befreiender Schimpferei wurde wieder Google befragt. Ja, es gab noch Restaurants im Ort, aber nachdem wir sie angefahren hatten war klar: Heute nicht für Schurmanns. 🤪😂
Die nächsten in den Nachbardörfern wären mind. 20/30 Minuten entfernt, aber ob die offen wären? Nach dem langen Tag stand uns nicht mehr der Sinn nach so viel hin und her. Wenigstens hatte das Dorflädchen auf und so wurden wir dann doch Selbstversorger, wie jedesmal hier. Geht doch!
Der Ort liegt übrigens nur 350m von der slowakischen Grenze, die Bahnstrecke geht hier durch (was wir auch nicht wussten) und der Pupsort hat einen richtig großen und frisch renovierten Bahnhof. Wir fuhren zu unserem Quartier auf einer engen Brücke über die Gleise und direkt vor uns taucht eine große Hirschkuh zwischen dem ersten Haus und dem tieferliegenden Bahnhof auf. Karin hat nur ein paar Fotos aus dem Auto mit dem iPhone in der Dämmerung gemacht, um das Tier nicht womöglich auf die Gleise zu treiben. Die Kuh ließ sich überhaupt nicht aus der Ruhe bringen. Wir haben so eine große noch nie so nah und so lange gesehen. Toll.

Wir sind letztlich doch satt geworden. Karin ist im Bett und ich folge ihr gleich.
Euch allen auch eine gute Nacht (oder einen guten Morgen) und falls ihr auch mal Fernweh bekommt – gebt einfach nach!












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