Es ist Sonntagmorgen, wir sind seit 8 Tagen unterwegs und haben etwa Halbzeit. Ich sitze am Pool unseres Hotels mit Pulli und langer Hose in der Sonne warte darauf, dass Karin mit ihrer Massage fertig ist, damit ich auch in den Genuss komme. Währenddessen nutze ich die Zeit, um wenigstens mit dem Beitrag anzufangen.

Vorweg: Es wird weder eine reine historische oder kirchengeschichtliche Abhandlung noch ein pures Blättern in schönen Bildern. Von allem ein bisschen.


Kennt ihr die Urlaubsberichte, wo unaufmerksame Touristen irgendwo essen ohne nach der Karte zu fragen? Nun, seit vorgestern gehören wir dazu. 😩

Es war unser Hochzeitstag, aus planerischen Gründen war es ein Besichtigungstag (Ephesus, später mehr dazu) und so kamen wir erst abends am Hotel in Bodrum an. Das Hotel hat nur eine Art Lieferservice, also sind wir ins Internet und tatsächlich waren nur ein paar Meter weiter etliche Restaurants.

Definitiv kein Sterne-Restaurant

Unsere Wahl fiel auf eins, das im hinteren Bereich eine Fleischerei zu haben schien. Wir fanden keine Karte aushängen, also haben wir mit Händen und Füßen eine Portion Lammspieß für Karin und einmal Fleischbällchen mir mich bestellt. Wie fast jedesmal gab es frisches Brot, ein paar Oliven, Salatteller und Schafskäse in Öl alsVorspeisen. Die Portionen waren ordentlich, mit Reis, Pommes und gegrillten Tomaten. Es war sehr lecker! Dann wurden wir sogar gefragt, ob wir ein Bier dazu wollten. Große Freude bei Schurmanns, denn normalerweise waren die Lokale bisher alkoholfrei. Zur Feier des Tages nahm Karin noch einen Raki/Ouzo.

Ich sag mal so: Nach dem Bezahlen der Rechnung musste ich dem Lokal noch einen Nachschlag am nächsten Tag bringen.

Lehrgeld! 😩😡🤬🤯🤪

Gestern war ich ein paar Meter weiter in einem Lokal ohne Alkohol aber mit Karte und habe für zwei Gerichte (ohne Beilagen-Deko) 7€ bezahlt. Nach ein paar Tagen dort essen wären wir dann wieder im Budget. 😎


Damit kann ich den Bogen schlagen, denn warum war ich (allein) unterwegs, um zwei Gerichte zu kaufen?

Tja, Karin ist so verliebt in ihre neue Kamera (was ich sehr gut verstehen kann), dass sie sie nicht vom Hals genommen harnt, seitdem wir unterwegs sind.

Und das hat ihr Rücken nicht mitgemacht. Üble Verspannung mit zeitweiligen Schmerzen, die sie zwingen, stehenzubleiben. Ephesus hat sie noch tapfer durchgestanden, aber wir sind beide froh, dass jetzt 3 Ruhetage eingeplant waren. Gestern Morgen hat sie dann erst einmal eine Massage im Hotel genutzt, danach sind wir zu den Windmühlen und einem alten Stadttor von Bodrum gelaufen, bevor ich sie in einem Café abgesetzt habe und das Auto holen gegangen bin.

Danach musste sie sich hinlegen, ich habe in der Apotheke Schmerzmittel und Wärmepflaster besorgt – und abends dann (zu Fuß!) das Essen.

Apropos „zu Fuß“ und „gehen“ – das hier artet zu einem Fitness-Event aus. Wir laufen jeden Tag hunderte von Kilometern!

Erfreulicherweise scheinen wir durch unser bulgarisches Leben doch irgendwie in Form gekommen zu sein, weil wir das Pensum bisher ohne Probleme (Fotoapparat mal außen vor) bewältigt haben. Weder Füße noch Knie zicken – es hätte mich nicht gewundert, wenn’s so gewesen wäre. Das wirkliche Problem: Unsere Fitness-Apps setzen deswegen den täglichen Durchschnitt hoch. 😂


Bevor wir jetzt gleich aufbrechen, um die Burg (Fotos oben) zu besichtigen und dann evtl. durch die Altstadt zu bummeln, hänge ich kurz den Bericht von Besuch in Ephesus an. Unser kleines Hotel war am Ortsrand 2-300m unterhalb einer historischen Moschee, einem antiken Kirchenkomplex und der Stadtburg(ruine).

Zwischen uns und der steinernen Geschichte gab es ein paar Restaurants, wo wir gut und zu leicht touristischen Preisen gegessen haben. Wir dachten, das wäre unser vorgezogenes Hochzeitstagessen!

Wir Dummerchen!

Am nächsten Morgen dann zur historischen Stadt Ephesus. Vor dem Eingang sprach uns ein Taxifahrer an, ob er uns nicht zum oberen Eingang fahren solle, dann müssten wir nur bergab durch die Ruinen laufen. Er wollte 750lira (15€). Während Karin auf dem WC war, kam mir die Idee, den Mann auf 600 (12€) zu drücken. Was soll ich sagen: Er kam auf mich zu und bot mir die Fahrt für 600 an. 😎 DEAL!

Ich werde es noch öfter schreiben, aber so früh im Jahr hat man die Sehenswürdigkeiten fast komplett für sich allein. Hier in Ephesus waren zwar ein paar Reisegruppen unterwegs, aber in dem riesigen Areal konnte man trotzdem fast alleine herumlaufen.

Dazwischen ist der extra zu bezahlende Bereich der Hanghäuser. Ich bin sehr froh, dass wir den Museumspass haben, denn jedesmal zu überlegen, ob das, was hinter der Bezahlschranke liegt, den Eintrittspreis wohl wert ist, bleibt uns so erspart.

Hier war es das Geld unbedingt wert:

Dann gab es noch eine interessante Multimedia-Show und den unteren Teil der Stadt. Das Amphitheater war leider gesperrt, aber wir hatten immerhin schon zwei in Pergamon (Bericht folgt).

Karin hatte noch nicht genug Schmerzen 😎, also ging es zurück Richtung Hotel und von dort zur Moschee, dann Kunstgeschäft, Johannes-Basilika und Burg. Auch nochmal sehr beeindruckend. Und völlig anders. 👍

So, Karin hat jetzt lange genug gewartet. Los geht’s.

Wir wünschen euch allen eine gute Woche und noch einen gesegneten Sonntag.

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