Wo soll ich nur beginnen? Nach zwei/drei Tagen denke ich: Nicht genug für den Blog. Dann vergehen weitere Tage voller Aktivitäten und dann sitze ich auf dem Sofa und muss meinen alten Kopf mit dem ebenso alten Erinnerungsvermögen martern, bis er die Ereignisse wieder ausspuckt.

Heute: Strahlendes Wetter und Karin war früh vom Notfalltermin beim Zahnarzt zurück, also haben wir einen bislang immer verschobenen Zuweg zu diesem Strand ausprobiert und es sehr genossen. Karin hatte Leckerlis mit und wurde ordentlich was los.






Ich habe derweil fotografiert und zuhause wieder geschummelt.








Kaum zurück meldet sich Kiril an. Morgen muss er zum Steuerberater und da ist ihm aufgefallen, dass wir damals nur einen Einjahresvertrag abgeschlossen hatten. 😂
Ob ich den für ihn auf 10 Jahre verändern könnte. Natürlich kann ich das, es ist ja nicht einmal illegal, weil wir ja die Vertragspartner sind. 😎
Ich war mit der „Korrektur“ des Originals gerade fertig als ich entdecke, dass dort eine Klausel zur automatischen Verlängerung um jeweils ein Jahr festgehalten wurde. Also eigentlich keine Überarbeitung nötig. Naja, jetzt gibt es zwei Versionen und das Finanzamt darf sich eine aussuchen.
Ach ja, warum musste Karin zum Zahnarzt? Am Samstagabend hat sie beim Abendessen die provisorische Kappe durchgebissen. 😩
Ich habe ihr geraten, dem Zahnarzt direkt eine Mail zu schreiben. Was soll ich sagen: Samstagabend um 22 Uhr bekommt sie eine Antwort mit Terminvorschlägen für heute (Montag). Leider war das reguläre Ersatzteil noch nicht da, weswegen sie morgen zur endgültigen Fertigstellung wieder hin muss.
Weihnachten kommt zügig näher. Sogar wir versuchen so etwas wie Stimmung zu produzieren. Es brennen Adventskerzen! Ihr wisst, Karin und ich sind vieles, aber keine Kerzenromantiker, also ist das ein reiner Willensakt, um mit Meer und ohne Geschenketrubel (und ganz ohne Gottesdienstvorbereitungen!) Weihnachtslaune zu generieren. 🎅🧑🎄🎄
Am Sonntag hatten wir sogar einen Hauch Weihnachtsmarktatmosphäre, weil wir in der Stadt waren und über 13,5 Buden gestolpert sind. Das war aber nur ein Nebeneffekt, denn Karin wollte schon länger nach einem Juwelier gucken, der ihr ein klitzekleines Steinchen in einem Kettenanhänger ersetzt. Die Haus- und Hof-Schmucktante hatte so kleine Steinchen nicht im Sortiment. 😂
Mit der Hoffnung, ein paar passende Läden für zukünftige Anfragen zu finden, sind wir los. Irgendwann lernen auch wir es: Hier hat einfach fast jeder Laden in der City 7 Tage geöffnet. Also mussten wir uns nichts merken, sondern Karin konnte direkt rein und fragen. Leider war nur ein -nicht vertrauenswürdig wirkender- Juwelier bereit, sich das anzusehen. Doch Karin fühlte sich dabei nicht wohl, also hat sie abgebrochen.
Jetzt die Drogengeschichte! Während sie in dem Laden war, stehe ich auf der Fußgängerzone rum und paffe meine Zigarre. Ein Mann spricht mich an. Nach ein paar Worten redet er deutsch und fragt, wie es mir geht. Sehr nett, ordentlich und freundlich. So blieb er auch den Rest des Gesprächs ABER nach dreißig Jahren Tippelbrüder, Schorrer oder Betrüger an der Tür war mir schnell klar, dass es nicht um Smalltalk ging. Er wollte „für die Heimreise nach Hamburg am nächsten Tag zu seinen drei Kindern“ von mir 100€ gegen Leva tauschen. Er würde mir auch etwas über dem Wechselkurs geben. Dabei holte er sein randvolles Portmonee (neue Rechtschreibung!) raus und wedelte damit rum. Der Geldautomat würde nicht funktionieren. Leute, wie oft ich solche Geschichten gehört habe: Familie, Notlage, Zeitdruck, garantierte Rückzahlung… Ich könnte aus dem Stehgreif 3-4 solcher Geschichten plausibel erfinden.
Ich musste allerdings kurz darüber nachdenken, wo der Haken liegen könnte, wenn er mir doch Geld gegen Geld anbot. Da fiel mir ein, wie Kiril in unseren Anfangstagen mal meine Mietzahlung in Empfang nahm und etwas umständlich zählte (wie ich fand). Als ich das ansprach hat er gelacht und mir angekündigt(!) er würde mich jetzt mal „bulgarisch“ bezahlen. Er nimmt die Geldscheine und zählt mir DEN DOPPELTEN BETRAG vor! Unglaublich glaubhaft. Hätte ich nicht gewusst, wieviel ich ihm gerade in die Hand gedrückt hatte, ich wäre wohl drauf reingefallen. Peinlich, aber wahr!
So etwas war also meine Vermutung bei diesem Mann. Ziemlich sicher war ich mir dann aber, als er mich bat, ihm einen großen Leva-Schein zu geben und er den in kleine wechseln würde. Mittlerweile hatte ich ihm nämlich erklärt, dass ich in Bulgarien lebe und deswegen keinerlei Euro mit mir herumtrage.
Wie gesagt, er blieb wirklich freundlich (auch nicht klebrig/falsch) und als das mit dem Geld abgearbeitet war, fragt er: Marihuana? Ich glaube, ich habe sehr verdutzt geguckt. 😎 Darauf hin wurde es zu „wirklich gutem Marihuana“…😂
Es fiel mir schwer, meine Begeisterung zu unterdrücken: Nach 65 Jahren werden mir zum ersten Mal Drogen angeboten!
Ich habe abgelehnt, trage diese Erfahrung aber jetzt im Herzen. 💕
Er hat mir tatsächlich noch einen schönen Tag gewünscht und ging seiner Wege.




Die Geminiden waren da!
Wieder ein Sternschnuppenschauer, der den Himmel erleuchten sollte, der mit den meisten sichtbaren. Wir hatten ja im November schon die Perseiden wegen schlechter Sicht verpasst, also war meine Hoffnung, dieses Mal erfolgreicher zu sein. Den Plan, uns das auf einem Weingut an der Donau anzusehen, haben wir kurzfristig fallen gelassen, weil es dort bewölkt sein sollte. Aber hier hatten wir sternenklare Nacht. Ich war um 23 Uhr auf dem Balkon gucken, dann um 1 mit Mantel und Fellmütze oben auf der Dachterrasse, dann um 2, um drei und zuletzt um vier Uhr morgens. Und nicht eine verkackte Sternschnuppe! 😩🤬🤯
Sorry, das musste sein!
Ich glaube, zu meinen Lebzeiten wird es auch keinen Meteor geben, der die Erde zerstört – zumindest nicht, solange ich den beobachten will. Ihr seid also nur meinetwegen sicher vorm Aussterben!

Am Freitagabend habe ich meinen Scanner entstaubt und die erste Kiste mit alten Fotos samt zugehörigen Negativen aus dem Regal geholt. Irgendwie war jetzt die Anspannung wegen der Post, der Arztrechnungen, Karins Rente und so fort abgefallen und ich wollte das Scannen nach langer Pause wieder in Angriff nehmen. Auf der Kiste lag eine Mappe und in der fanden sich geerbte Kinderfotos samt Briefen meines Vaters an seine Eltern aus den 50ern, als er in der Pfalz Lehre(?)/Meisterschule hatte. Außerdem noch Post seines in den letzten Kriegstagen verschollenen älteren Bruders an die Eltern. Das habe ich etwas durchgesehen und sortiert, weil manches auch für meine Verwandten in der „Zone“ interessant sein könnte.
Ich werde einen eigenen Beitrag dazu machen, den dürfen alle überspringen, die nicht aus dem Schurmann-Schimko- Clan sind.
Natürlich wollte zuerst das Scanprogramm nicht. Kein langes Erzählen an dieser Stelle: Letztlich habe ich mir die aktuelle Version als Update gekauft.
Dann musste ich mich wieder in den ganzen Prozess reinfinden: Ordner anlegen, Namen vergeben (am besten automatisch), Voreinstellungen ausprobieren…
Nachdem die ersten 30 Bilder nach 2-3 Stunden (!) fertig waren – habe ich alles wie so ein Anfänger gelöscht! Da möchte man alles verbrennen. 🔥🔥🔥🔥🔥
Naja, ihr wisst jetzt, was ich seitdem abends/nachts mache.






Unseren monatlichen Abend im Restaurant konnten wir endlich wieder in einem unbekannten Lokal stattfinden lassen. Ich hatte mir von Google Maps einfach mal die City zeigen lassen und habe dann wahllos aber mit Intuition dies und das angeklickt. Es wurde ein kleines türkisches Lokal.

Das Essen war lecker und günstig. Freundliche Bedienung und nette Atmosphäre. Erst Heinz hat Zuhause dann etwas bemerkt: Die zwei Ouzo (also Raki/Anisschnaps) kosteten als kleine Gläser zusammen 17,00€! Ein Hauptgericht kostete nur 10-12!
Mich hat das im Nachhinein an die alte Touristenregel erinnert, nie etwas ohne Blick in die Karte zu bestellen. Allerdings scheint das eher ein Problem mit/bei türkischen Restaurants zu sein. Karin und ich hatten das auch mal in der Türkei. Das kleine Fläschchen Raki kostete uns über 30€ – das übrige Essen 35! Bier war übrigens beide Male normal günstig. Und Schnaps in Bulgarien ist EIGENTLICH immer günstig! Und viel! 50ml ist klein, 100ml normal und ich habe noch nie nach einem großen gefragt. 🤪








Jetzt gibt es noch eine Weltpremiere mit Ekelfaktor. Dazu müsst ihr jetzt meinen Koof in voller Größe ertragen.

Ich war beim Schönheitschirurgen. Naja, fast. Es war eine professionelle Gesichtsreinigung. 😎
Sensible Gemüter sollten jetzt nicht weiterlesen…
Ich habe fettige Haut – schon immer übrigens- bevor die Spötter das auf meinen aktuellen Ist-Zustand zurückführen wollen! Das führt zu unreiner Haut und auch lange nach der Pubertät noch zu Pickeln und Mitessern. Wie ich so neulich im Bad stand, dachte ich mir, dass es bestimmt effizienter ist, einen Fachmann zu beauftragen, als selber Hand anzulegen. Im Sommer geht es ja: Viel Sonne, Wasser, frische Luft, aber so viel kann ich im Winter gar nicht raus, wie es nötig wäre.
Blöd nur, wenn man niemanden fragen kann, wo es das hier gibt. Also ins Internet und irgendwann eine Seite gefunden, die wenigstens englischsprachig war. Dann noch ein paar Wochen mental Anlauf genommen, das Ok meiner Frau eingeholt und einen Termin gemacht.


Leute, Leute – dass ich als Mann dort eine Randgruppe war, fällt euch bestimmt nicht schwer zu glauben, war aber wirklich so. Wie so oft hier wird man hinter der Eingangstür überrascht von hypermoderner Ausstattung und noblem Ambiente, das so nicht zu erwarten wäre. Nach ein paar Minuten war ich dran und durfte mich hinlegen. Dann ging’s los: Erst eine Flüssigkeit -warten, dann ein Papiertuch in die Hand und Wattebällchen auf die Augen. Dann ganz viel Heißluft auf die Nase, heiß bis kurz vorm Blasenwerfen! Aber ich dachte mir, dass die schon Schluss machen, wenn es zu knusprig wird. 😎
Und warten…
Irgendwann wusste ich um die Bedeutung des Papiertuchs: Der Schweiß lief mir nämlich in den Nacken! ☀️☀️☀️
Dann war meine Gesicht durchgegart und die Dame fing an. Also Wellness ist anders! Insgeheim hatte ich gedacht, mir würde eine angenehme Mischung aus Kopfmassage und ordentlich Waschen widerfahren, aber das wurde doch eher unerfreulich. Wahrscheinlich würde es einfacher sein, die Gesichtshaut abzuziehen, drunter sauber zu machen und alles wieder draufzuziehen anstatt alles, was drunter liegt, durch die Haut nach draußen zu quetschen.
Und sie hat nichts ausgelassen!😩
Danach gab es wieder etwas Flüssigkeit – und warten! Bevor die richtig anfing zu pitzeln wurde sie von Creme abgelöst, woraufhin tatsächlich so etwas wie Wellness-Gefühle aufkamen, denn ich wurde mit einem kleinen elektrischen Massageknubbel verwöhnt. Nur im Gesicht! 😎 Anschließend wieder Salbe/Creme und endlich der Waschlappen und das finale Abtrocknen. Also zartes Trockentupfen natürlich. 😇
Ich war ziemlich überrascht, als ich auf die Uhr sah – eine geschlagene Stunde hat das gedauert. Übrigens habe ich nicht unbeträchtlich Gewicht verloren. 😵💫🥴🤢
😂
Jetzt habe ich schon wieder fast 3 Stunden geschrieben, es ist hier 0:43. Lasst mich also schließen mit besonderen Wünschen an die Kranken und die Unglücksraben unter unseren Lesern: Auch im Advent ist es manchmal dunkel in der Welt, aber der Advent leuchtet dort hinein!
Ansonsten hilft auch lachen gegen vielerlei.














Und Karins Liebling:




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