Einen schönen 5. Weihnachtstag wünschen wir euch, und allen, die keine Brückentage haben -anders als wir Alten mit andauernden😇- wünschen wir entspanntes Arbeiten.
Da möchte ich direkt mal ein Foto beisteuern, das Karin drei Tage vor Heiligabend aufgenommen hat. Es zeigt mich im totalen Weihnachtsstress und weckt hoffentlich euer tiefes Mitgefühl.

Ganz im Ernst ist das mein morgendlicher „Katzenplatz“: warm und sonnig, bequemer als das Sofa nebenan und mit Karin und Kaffee in Reichweite. Gültig, solange ich nicht auf den Balkon kann. Übrigens habe ich dort meistens die Augen offen und statt Tageszeitung mein Smartphone in der Hand, um Nachrichten und mehr oder weniger interessante Beiträge zu lesen.
Meine Tageszeitung vermisse ich ziemlich, allerdings haben wir schon die letzte Zeit in Duisburg keine mehr bezogen, einmal wurde sie immer flacher (inhaltlich) und dann war wegen Corona nicht einmal der Lokalteil von Bedeutung. Es fand ja nichts statt. 😂
Meine Hoffnung, dass es nach der Epidemie hier in der Touristengegend wenigstens ein paar überregionale deutschsprachige Zeitungen geben könnte, wie ich das aus früheren Urlauben in westeuropäischen Ländern kenne, hat sich nicht erfüllt. Damals habe ich mir eine dicke Sonntagsausgabe der Süddeutschen, der Welt oder von anderen gekauft und eine Woche lang alles bis zur letzten Zeile gelesen. Zuletzt auch noch die Börsennachrichten – ohne eine einzige Aktie zu besitzen. 😂 Aber dann kam ja schon fast die nächste und alles ging von vorne los, bis der Urlaub vorbei war. Tja, hier gibt es nicht einmal die Bild.
Vielleicht kümmere ich mich doch mal um ein Abo, es gibt da etwas namens Readly, das man sogar mit mehreren teilen kann.
Wir hatten ja mühsam eine Gottesdienstzeit für Heiligabend in Erfahrung bringen können und waren gewillt, auch einen bulgarisch-methodistischen (also evangelisch-freikirchlichen) Gottesdienst zu besuchen. Dazu kam es nicht.
Ich bin am „Heiligmorgen“ gut gelaunt aufgewacht, habe meinen Kaffee auf dem Sofaplatz (s.o.) geschlürft und mit Karin überlegt, dass wir ja im Gottesdienst durchaus den Google Übersetzter im iPhone ausprobieren könnten.
Aber dann erreichte Karin die Nachricht ihres Bruders, dass laut Sendungsverfolgung ihr Geschenk in Warna sein müsse, ob sie es vielleicht schon…
Natürlich nicht! Wir hatten nicht einmal eine Benachrichtigung. Wie auch, wenn Deutsche keine Telefonnummer bei der Adresse hinzufügen – diese Looser!
Also schnell das mitgeschickte Foto importiert, die Sendungsverfolgungsnummer (was ein Wort) kopiert und online gesucht. Mit etwas Suchen fanden wir den zuständigen bulgarischen Dienst und siehe da, es war Speedy, der häufigste Anbieter. Aber das Paket lag nicht in der nächstgelegenen Filiale, sondern mitten in der Stadt im Gewerbegebiet, wo deren Zentrallager ist. Das aber nur bis 14 Uhr offen hat und dann bis zum 2.1. geschlossen bleibt. Was blieb uns also übrig?



Kurz vor Toresschluss erledigt, aber nicht ohne neue Erkenntnisse: Als ich fragte, ob wir nicht für ähnliche Fälle unsere Telefonnummer hinterlegen könnten (also eigentlich Kirils), wurde das bejaht aber -o Wunder!- die war schon gespeichert!? Warum uns, bzw. Kiril niemand angerufen hat? Tja, wenn die Telefonnummer nicht auch auf dem Feld für Adresszusätze vermerkt ist…
Wahrscheinlich zu kompliziert, die aus dem PC zu nutzen.
Und jetzt fragt bitte nicht, was unsere andere Post macht. Wir waren letzten Dienstag in der Post, zusammen mit drei Kunden und nur einer Mitarbeiterin. Nach einer Viertelstunde ohne Fortschritt haben wir abgebrochen. Aber ich konnte vorher noch „ungestört“ die Weihnachtsdeko fotografieren:

Zurück zum Heilgabend. Mir ging es immer schlechter. Mental! Langsam krochen die altvertrauten weihnachtlichen Stressanzeichen hervor, von denen ich nicht gedacht hätte, dass sie noch irgendwo lauern. Die ganze Anspannung vor den so wichtigen Gottesdiensten, die ich früher IMMER hatte, baute sich in abgemilderter Form auf, je näher die Abfahrtszeit kam. Das blieb meiner aufmerksamen Frau nicht verborgen und letztlich war sie es, die dann „Basta“ gesagt hat. „Wenn der anstehende Gottesdienstbesuch bei dir solche Auswirkungen hat, gehen wir nicht!“
Nachdem ich zögerlich versucht habe, unser Vorhaben doch irgendwie trotz meiner „Beschwerden“ zu retten, habe ich eingesehen, dass sie Recht hatte.
Also was nun? Spontaner Entschluss: Wir gehen im letzten Licht am Strand spazieren. Wie schon Spurgeon sagte: Nach Gottes Wort ist ein Spaziergang an der frischen Luft das Zweitbeste.
Ich konnte sofort eine deutliche Erleichterung spüren, traurig aber wahr.
Interessanterweise hatte ich nichts dergleichen, wenn wir in den letzten Jahren mit den Kindern im Heiligabendgottesdienst waren, auch deswegen kam das völlig überraschend.
Unser Weihnachten fing also mit einem Strandspaziergang an.


Wir haben das sehr genossen, vor allem, weil mir das unglaublich gut getan hat. Hier noch ein Foto vom Strand, original und extrem bearbeitet:


Zurück in der Wohnung „musste“ ich den Rest der Zigarre auf dem Balkon aufrauchen. Gute Zigarren brennen nämlich ewig. Karin hat derweil noch letzte Vorbereitungen fürs Weihnachtsfondue getroffen, bevor es dann losging.

Natürlich durfte die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium nicht fehlen, bevor wir super lecker gegessen haben.


Am Abend dann noch einen „Weihnachtsfilm“ geguckt. Wir haben vier Familienklassiker: Chevy Chase in „Schöne Bescherung“, Geena Davis und Samuel L. Jackson in „Tödliche Weihnachten“, „Ice Age“ Teil 1 und Bruce Willis in „Stirb langsam“. Dieses Jahr wurde es letzterer.
Der erste Weihnachtstag wurde zwar nicht völlig vergammelt, aber es war nahe dran. Klar, Grüße lesen und versenden stand auf dem Programm, draußen war es trüb, verhangen und saukalt, aber wir hatten Schnee! Jawohl, weiße Weihnachten am Schwarzen Meer. 😂
Natürlich übertreibe ich maßlos – aber im buchstäblichen Sinn habe ich die Wahrheit geschrieben. Ein paar hundert Schneeflöckchen der kleinsten Kategorie tanzten vor unserem Fenster. Weiße Weihnacht! 🎅
Auf den 2. Weihnachtstag haben wir uns total gefreut, denn unsere Geschenke waren – keine! Aaaaaber wir haben uns nach langer Pause als gemeinsames „Geschenk“ wieder das Spa gegönnt. Langzeitleser erinnern sich vielleicht, dass wir das wegen deren drastischer Preiserhöhung nicht mehr besucht haben.
Aber für ein/zwei Mal zu Weihnachten wollten wir auch die höheren Preise bezahlen. Nachdem ich mit Nikolai (meinem ersten Masseur hier und jetzigem Chef dort) wieder Kontakt aufgenommen hatten, stellte sich heraus, dass man dort die abgeschafften Paketpreise wieder eingeführt hat und Nikolai uns obendrauf wegen „alter Freundschaft“ noch extra Prozente und gratis Bademäntel packen würde. Also gab es zu Weihnachten doch eine Zehnerkarte statt ein oder zwei Terminen. (Hier gehört glaube ich ein Genitiv hin, kein Lust!)

Unser Stammmasseur hatte letztes Jahr aufgehört, die Frauen an der Rezeption waren auch andere und ebenso ein paar Regeln, wie wir peinlicherweise lernen mussten. Es ging damit los, dass wir nicht, wie erwartet, nur eine Rückenmassage, sondern eine Ganzkörpermassage erhalten sollten. Das ist durchaus bei dem Paket möglich, dann werden einfach zwei Thaimassagen (?) von dem Zehnerpaket abgezogen. Witzigerweise hat jetzt das Diktierprogramm aus „Teil-Massage“ „Thaimassage“ gemacht. Genau das ist uns an der Rezeption auch passiert. Die Dame sprach gutes Deutsch, aber als ich ihr erklären wollte, dass wir in Zukunft keine Ganzkörper, sondern nur Rückenmassage haben wollten, habe ich das „Teil-Massage“ genannt und sie hat „Thaimassage“ eingetragen. Das gab dann weitere Probleme, weil ich darauf bestand, mit Nikolai schon einen Termin für den 2. Januar ausgemacht zu haben und sie drauf bestand, keinen im Kalender zu sehen. Irgendwann ist uns allen aufgefallen, dass „Thai“ und „Teil“ zu ähnlich klingt.🤪🥳😜 Wir haben uns dann auf Rückenmassage geeinigt. Dann fand sie auch den Eintrag. Soweit so gut.
Aber…
In den vergangenen Jahren habe ich mich nach der Anmeldung immer mit Karin abgesprochen, wer zuerst eine Runde Sauna macht und wer zuerst massiert wird. Diesmal wollte Karin die erste Massage haben, also habe ich mich fertig gemacht und bin in die Sauna gegangen. Erster Saunagang war durch, ich hatte geduscht und war im warmen Becken draußen, als meine Frau im Bademantel angerauscht kommt und meint, ich solle schnellstmöglich mitkommen. Was sie und ich nicht wussten: Neuerdings machen sie dort auch Partner-Massagen auf zwei Liegen gleichzeitig. Also haben sie Karin draußen sitzen lassen, bis ich komme. Ich kam aber nicht. Nach einer halben Stunde wurde das wohl zu doof und Karin hat ihnen auf Nachfrage gesagt, dass ich in der Sauna bin, woraufhin sie ihr gesagt haben, dass wir aber gemeinsam massiert werden. Tja, mit etwas Verspätung bekamen wir dann beide im selben Raum jeweils unsere Massage.
Mir hat sie gut gefallen, Karin fand sie nicht brutal genug: Wenn’s nicht wehtut, war’s keine Behandlung. 😵💫
Abends gab es dann Restefondue – lecker!
Keine Ahnung, was wir Samstag so getrieben haben. Ich erinnere mich dunkel daran, dass Karin laufen war und ich Sport gemacht habe, dann habe ich mal alles gestaubsaugt (was ich gar nicht mag) und noch einige alte Bilder gescannt. Karin hat wieder einen Pullover in Arbeit, nachdem der letzte Versuch als Wollspende am Müllcontainer endete. Neue Wolle, neues Glück! Also hat sie wahrscheinlich gestrickt.
Sonntag war dann wieder wunderschönes Wetter und irgendwie war uns wieder nach frischer Luft, aber ohne großen Aufwand. Also runter an unseren Strand gefahren, diesmal mit Leckerlis für Hunde und Vögel, sowie mit einer gestopften Pfeife anstelle einer Zigarre.
Wen überrascht es, wenn ich nun berichte, dass nichts davon funktionierte. Keine Vögel, keine Hunde und kein funktionierendes Feuerzeug! 😂
Trotzdem Spaß gehabt.

Während wir wieder hoch zu uns fuhren, begann der Himmel sich schön zu verfärben und wir fassten spontan den Entschluss, uns irgendwo den Sonnenuntergang anzusehen. Wir liegen ja am Osthang der Hochebene, also gibt’s maximal Sonnenaufgänge zu sehen. Der beste Platz, der uns einfiel, war die Kuppe, auf der wir dieses Jahr schon mal irgendwelche -iden beobachten wollten – Perseiden, Geminiden, Hämorrhoiden…🤬
Das war leider such nicht der optimale Ort, um nach Westen zu sehen, aber es ging in der Nähe noch etwas höher. Trotzdem wurde es kein Erfolg, denn a) waren wir zu früh und b) sah es danach aus, dass letztlich ein Wolkenband die Sonne verdecken würde. Schade.
Aber interessant war, dass wir dort Schnee hatten, also tatsächlich und in echt einen dünnen weißen Bodenbelag. Wir wohnen 130m hoch, dort ist es 270m und das macht einen echten Unterschied. Hier seht ihr das Original und eine Version von ChatGPT (einer künstlichen Intelligenz) mit dem Auftrag, den Foto 30cm Neuschnee hinzuzufügen. Leute, das war nur der Jux-Versuch eines Amateurs, aber als ich das Ergebnis sah…
Glaubt keinem Foto mehr, das ihr nicht überprüfen könnt, wenn es wichtig ist!


Bei diesen Schneemassen draußen wurde es drinnen Zeit für den ersten Glühwein dieses Winters (ich wage gar nicht zu berichten, dass es heute auch den ersten Schwarztee gab).


Bevor ich jetzt zu den Cartoons komme, will ich euch kurz unser angeheiratetes Urenkelchen vorstellen: Pearce, geboren im August und die Enkeltochter unseres Schwiegersohns:

Wir wünschen euch weiterhin eine schöne Weihnachtszeit und danken auf diesem Weg noch einmal allen für die lieben Weihnachtsgrüße.








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