Der Morgen begann -wie berichtet- mit einem kleinen vorbereiteten Frühstück. Danach wollten wir los und möglichst viele Eindrücke in der Umgebung aufschnappen. Also erst etwas mit den Kätzchen beschäftigt 😂 und dann zum Ortsausgang Richtung Donau.

Natürlich (!) endet dort die Asphaltstraße und man bekommt die Wahl zwischen schlechter Rumpelstrecke nach links oder noch schlechterem Weg rechts.

Nach links wurde uns aber empfohlen, denn erstens würde es irgendwann besser, zweitens gäbe es eine tolle Aussicht und drittes wäre die größere Stadt am Ende sehenswert.

Ich habe es gegoogelt, weil ich es nicht glauben wollte, als der Vermietersohn uns das erzählte, aber es scheint sich bei dem Stück „Straße“ tatsächlich um eine echte antike Römerstraße zu handeln. Dafür war sie wiederum in tadellosem Zustand. 😎

Tolle Aussicht! Von hier gibt es später mehr Bilder.

Der nächste Ort war tatsächlich recht groß und hatte auch wieder einen Park am Donauufer mit römischen Befestigungsresten.

Uns war allerdings noch nicht wieder nach Ruinen zumute, also nur ein kurzer Blick und dann zum eigentlichen Ufer.

Dort war ein weiterer ganz hübscher Park, wo wir uns doch etwas aufgehalten haben.

Als wir auf einem anderen Weg vom Donauufer wegfuhren, sind wir wieder zufällig über eine andere angekündigte, aber nicht ausgeschilderte, Sehenswürdigkeit gestolpert: Die historische Fischersiedlung. Am Ortseingang gab es eine Aufzählung, was man sehen könne, im Ort – nichts!

Nachdem wir nun den Westen erkundet hatten, ging es auf der rumpelfreien Hauptstraße wieder Richtung Osten. Kurz vor Silistra gibt es nämlich ein Naturschutzgebiet rund um ein flaches Gewässer, das unter anderem für viele Vogelarten bekannt ist. Witzigerweise kennt Google Maps zwar dieses Schutzgebiet, zeigt aber das große Feuchtgebiet/See/Sumpf nicht an.

Zitat Apple Maps: Das Biosphärenreservat Srebarna befindet sich an der Donau, im Nordosten Bulgariens, ca. 17 km westlich von Silistra entfernt. Es erstreckt sich über 900 Hektar, auf denen 99 Vogelarten brüten und 80 Zugvogelarten überwintern.

Apple Maps kennt den See

Tja, man kommt leider nirgendwo näher ran, selbst, wenn man wollen würde.

Die EU hat allerdings erst kürzlich bei der Renovierung der Straßen links und rechts geholfen – toller geschotterter Zustand mit Wanderhütten alle paar Meter inklusive Toilettenhäuschen!

Also weiter.

Nachdem wir ein Stück gefahren waren, wurde uns klar, dass wir nicht näher kommen würden, also: Weiter bis zum Ende!

Natürlich haben wir es anschließend noch auf der anderen Seite des Sees versucht, auch da war es nett, aber ebenfalls kein Zugang, nicht mal zur Donau!😡Lediglich einen guten Aussichtspunkt gab es noch. Aber nichts zu sehen außer ein paar weit entfernten Pelikanen (?!).


Ein weiterer kleiner See an der Donau zurück in Richtung Quartier wurde das nächste Ziel.

Alles voller Seerosen, leider war die Blütezeit vorbei und nur noch vereinzelt gab es weiße Blüten zu sehen.

Direkt am Donauufer (der See liegt 50-100 m entfernt) waren dann sehr neue Erholungsanlagen mit offenem Toilettenhaus und ein paar sozialistischen Überbleibseln. Allerdings nichts fotografisch Interessantes.

Eigentlich führt die alte Römerstraße von hier zum Abzweig nach rechts an „unserem“ Ortsausgang, uneigentlich sind wir nach ein paar hundert Metern rückwärts aus dem verkrauteten, überwachsenen Waldweg herausgefahren. Nach einem schon recht langen Tag waren wir nicht mehr risikobereit genug.

Also haben wir den Rückweg über die Hauptstraße angetreten, nur, um dann vom Ortsende aus rechts in den Weg einzubiegen. Dort sollte nämlich ein Donauzugang sein, an dem unsere Vermieterin tags zuvor mit der Enkelin schwimmen war. Nein, wir hatten kein Badezeug eingesteckt (ich zumindest nicht), aber eine Pause wollten wir doch nach dem vielen Fahren, Aussteigen, Gucken, Weiterfahren machen. Und wenn schon die Donau da ist, lieber dort als im Garten der Unterkunft, auch wenn der sehr idyllisch war.


Während wir unterwegs waren, kam uns eine völlig verrückte Idee: Schurmanns könnten picknicken! Also freiwillig die Bequemlichkeit von Sitzmöbeln, Kühlschrank und vernünftigem Geschirr aufgeben?!

So etwas machen wir aus Faulheit und Gründen des Komforts normalerweise NIE!

Warum also diesmal?

Der Aussichtsplatz vom Vormittag gibt den Blick Richtung Sonnenuntergang frei, es gibt Tisch und Bank, sogar einen betreuten Mülleimer, wir haben eine Kühltasche dabei und besitzen dank Heinz und Eckhardt einen funktionierenden Picknickkorb.

Was soll ich sagen – es wurde wundervoll.


Karin hat ihre Fotos mittlerweile gesichtet und ihr habt in diesem Beitrag eine Mischung unserer Bilder gesehen.

Und weil ich sie jetzt erst habe, folgen hier noch Karins Bilder der berüchtigten 7001


Wir hatten übrigens schon wieder für einen Tag kein Wasser. Gut, für die Toilette haben wir Vorräte, aber zum Duschen musste/wollte ich wieder an den Strand, denn ich war ziemlich verschwitzt. Während Karin am Strand lag, bin ich nämlich zum Leuchtturm von Schabla gefahren.

Und das kam so: Als wir Dienstagabend über unsere Hochebene aufs Meer zufuhren, sahen wir eine merkwürdige Wolkenformation. Langgestreckt und rötlich schimmernd, obwohl es noch viel zu früh für Abendrot war.

Erst als wir sozusagen an der Kante waren und das Meer unten sahen, entdeckten wir die Ursache: Bei Baltschik brannte es so heftig, dass die Rauchwolken bis Warna gezogen waren.

Zuhause angekommen, habe ich die bulgarische Seite Varna24.bg mit Chrome geöffnet, um die Übersetzungsfunktion zu nutzen, und dort erfuhren wir, dass (glücklicherweise) hinter Baltschik ein unbebautes Grundstück brennen würde.

Und wo ich schon mal auf der Seite war, habe ich etwas herumgeklickt und stieß auf den Hinweis zum einmaligen(!) Tag der offenen Tür am Leuchtturm.

Karin hatte keinen Bock, schon wieder lange im Auto zu sitzen, also habe ich sie mit etwas Kleingeld für einen Schattenplatz in der Strandbar am Meer abgesetzt und bin die Stunde nach Schabla gefahren. Was soll ich sagen, da war echt was los.

Ich hoffe, ihr könnt den Link öffnen.

Wasser ist übrigens wieder da, gleich geht’s unter die Dusche.

Euch wünschen wir einen Sonntag, der sich ebenfalls gewaschen hat.


Und ganz zuletzt: Wir sind seit Mittwoch (oder Dienstag, je nach Zeitzone) Stief-Urgroßeltern! Die Tochter von Anikas Mann hat ein Baby bekommen. Beide gesund und munter. 👍 Alle anderen stolz und glücklich. Wie das sein soll.


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