Kein Computerkram, versprochen!
Seit gestern Abend (also Dienstag) sind wir wieder zurück vom Kurzurlaub, der -o Wunder- wieder ziemlich abenteuerlich war.
Habt ihr etwas anderes erwartet?
Aber es war wunderschön.

Wir waren zeitlich eingeschränkt, weil ich heute Vormittag einen Zahnarzttermin hatte, deswegen gab es nur zwei Übernachtungen.
Ich hatte eine brandneue Unterkunft bei booking gefunden, und weil die ersten drei Gäste Rabatt bekommen, sollten zwei Nächte nur 31€ kosten. 😎
Klingt zu gut, um wahr zu sein? Wartet es ab.
Die Route hatte ich schon 2023 geplant, um den nördlichen Bereich von meiner Abkratzkarte zu tilgen. Ein Stück davon bin ich auch schon mit dem Motorrad gefahren, allerdings war mir zuerst die Grenze im Weg und die alternativ vorgeschlagene „Straße“ verdiente ihren Namen nicht (auf dem zweiten Bild die rote Linie). Nach 50 m musste ich wenden.


Mit unserem treuen Dacia haben wir das Wegstück allerdings in Angriff genommen. Ich bin nachträglich noch froh, damals abgebrochen zu haben. 🤪







Am Ende sollte als Belohnung eine Sehenswürdigkeit warten. Auch die konnte ich damals nicht erreichen, obwohl ich den großen Bogen (Bild 2) gefahren war. Die Weg ab dem Hinweisschild war ähnlich desolat…
Heute nicht: Brandneu asphaltiert!
Mit frischem Mut und wieder höheren Gängen ging es Richtung Geschichte – und dran vorbei, weil es wieder einmal keine Schilder gab, wo sich die Ruinen befanden. 😤🤬🤯
Aber einmal in der Nähe, wollten wir doch wissen, was es zu sehen gäbe, also haben wir gewendet und letztlich die Trümmer gefunden.










Karin hat übrigens auch Fotos gemacht, die wir euch gerne zeigen würden, aber das Internet ist immer noch defekt, weswegen die sonst selbstverständliche Synchronisation den Fotos nicht klappt. Ich liefere die nach, versprochen.
Dann ging es weiter auf der legendären Route 7001. 😎🤪🤣
Nie gehört? Das ändert sich jetzt!
Das ist die der rumänischen Grenze nächste Straße, also Grenzgebiet, also vernachlässigt, also stellenweise komplett zugewachsen!😂
Ohne Quatsch, ihr seht hier das Foto vom Navi und die „Straße“, auf der wir uns in dem Moment befinden:


Ihr seht ganz richtig, wir fahren auf einem Acker!
Die 7001 war in diesem Abschnitt so unbrauchbar und deswegen zugewachsen, dass die Anwohner (?!) einfach ein paar hundert Meter Ackerrand platt gefahren haben. Das ist allemal angenehmer zu fahren als die Schlaglochpiste. Es war allerdings schon auf dem trockenen Staub rutschig, keine Ahnung, wie seifig das bei Regen sein wird. 🤮
Die Straße wurde dann irgendwann besser, auch wenn hier und da weiter Feld(um)wege nachgerüstet waren. Aber wenn man so einen sieht, ist man gut beraten, von der regulären Straße runterzufahren, denn die Anwohner wissen, warum sie das tun!
Das nächste Zwischenziel war ein Felsenkloster/-heiligtum aus thrakischer und/oder frühchristlicher Zeit (man schmückt hier alles mit dem „Thraker“-Etikett, wahrscheinlich gibt es auch thrakische 🍔 ).
Ratet, wie gut das ausgeschildert war! Natürlich gar nicht.
Wir also wieder gewendet, als wir das bemerkt hatten und dann festgestellt, dass keine meiner Navi-Apps einen brauchbaren Weg dahin kannte. Für alle lag das Ziel irgendwo abseits der Straße im Gelände – bitte zu Fuß weiter.
Ja, wir waren tatsächlich bereit dazu! Trotzdem habe ich erst einmal den nächstgelegenen Feldweg benutzt, um ein paar Meter zu sparen. Dann ging es ohne viel Schatten den Berg hoch, leider nicht wirklich näher zum Ziel.


Also zurück zum Auto und den anderen Abzweig des Feldwegs versuchen. Ich hätte mich übergeben können – ein paar Meter gefahren, zeigt das Navi plötzlich eine Zufahrt an.
Die, auf der wir jetzt fuhren! 🤬










Ich habe eine oder zwei weitere Leitern ausgelassen, damit ich einen Grund habe, nochmal hierher zu kommen. 😇
Natürlich war das der Grund! Nur das! 😵💫
Nächster Halt war in Silistra, Grenzstadt an der Donau, treuen Lesern mit guter Erinnerung noch bekannt als die Stadt, in der wir nachts eine günstige Donaukreuzfahrt machen konnten/mussten (LKW-Fähre hin, wegen Corona keine Weiterfahrt, LKW-Fähre nachts um 12 zurück, Pkw-Fähre gegen 2).
Bei Tag und ungestresst eine ganz nette Stadt mit einem schönen Antikpark am Wasser.








Genug Erlebnisse für einen Tag? Bei weitem nicht!🤪
Weil das Quartier in einem kleinen Ort etwa 45min entfernt lag, sind wir vorsorglich einkaufen gefahren. Zuvor, beim letzten Tankstopp, hatte ich uns über booking angekündigt und dann nochmal, als wir in Silistra losfuhren. Es gab allerdings keine Reaktion, was unüblich ist, also habe ich auch die angegebene Telefonnummer versucht, aber der Inhaber war nicht eingeloggt…
Außerdem war das keine bulgarische Nummer. Aber manchmal leben die Vermieter nicht vor Ort sondern lassen vermieten, also waren wir nur leicht besorgt. Letztlich hätten wir genügend Optionen, sogar zurück nach Warna wäre möglich gewesen. Also los!

Da sitzen wir nun vor der Unterkunft, niemand da!
Wir hatten auch keine Adresse (was in kleinen Orten hier nicht per se verdächtig ist). Der Ortsmarker war einfach in der Ortsmitte positioniert.
Mit den Fotos von booking sind wir dann das langgezogene Dorf zweimal auf und ab gefahren, um das Haus zu finden, bis wir schließlich vor dem örtlichen Minimarkt einen Männertreff angesprochen haben. Natürlich sprach keiner Englisch – aber einer Deutsch!👍
Der reichte dann mein iPhone mit den Fotos rum und tatsächlich erkannte einer der Anwesenden das Haus. 😂
Der deutschsprachige Mann ließ sich das erklären und fuhr dann bei uns mit, um es uns zu zeigen.
Klopfen und klingeln half nichts, also habe ich nach etwas Wartezeit den Kundenservice von booking angerufen. Ich war recht schnell verbunden und kenne jetzt das Verfahren: Die kontaktieren ihrerseits den Vermieter und wenn der innerhalb von 45 min nicht reagiert, storniert booking, erstattet mit das Geld plus 50% und bietet zwei Optionen an: Entweder die suchen mir etwas in der Gegend (kostet mich nichts) oder ich suche mir etwas (die erstatten die Differenz).
Die 45 Minuten waren um, booking schickte mir die Mail zum neu Buchen, doch es kam anders.
Ein Mann mit einem Hutzelweibchen im Schlepptau kam genau in diesem Moment vorbei und sprach uns an. Er war der Besitzer und sehr überrascht. Weil sein Englisch nicht so gut war, rief er schnell Frau und Sohn an, die kurz danach erschienen. Sie hatten zwar von ihm gehört, worum es ging, konnten sich unser Erscheinen aber ebenfalls überhaupt nicht erklären. Normalerweise haben sie über Airbnb vermietet, aber weil sie vor kurzem nach 20 Jahren aus England zurückgekehrt waren, wurde die Vermietung gestoppt. Aber halt nicht bei booking, weil darüber wohl all die Jahre niemand gebucht hatte (deswegen der Erstbucherrabatt 😂).
Es war ihnen sehr peinlich, uns wegen ihres Versäumnisses ohne Unterkunft zu sehen und sie haben netterweise schnell die Bettwäsche im Gästezimmer gewechselt und wir konnten mit „Familienanschluss“ bleiben. Alles voll in Benutzung – Bad, Küche, Schränke…
Wir haben also alles ambulant „aus dem Koffer“ erledigt.
Am ersten Abend haben wir total nett mit den Vermietern, Sohn und kleiner Nichte gequatscht und mit Kätzchen gespielt, also beschlossen wir, auch die geplante zweite Nacht dort zu verbringen.







Am nächsten Morgen gab es selbstgemachtes Frühstück, ein Blätterteiggebäck mit Schafskäsefüllung und Honig. Richtig lecker – wenn wir nur frühstücken würden.
Wir hatten gut geschlafen, die Vermieter mussten etwas in der Stadt erledigen und wir durften uns in Ruhe für den Tag fertig machen.
Ein wunderschöner Tag. Dazu demnächst mehr.
Während ich auf dem Balkon sitzend diesen Beitrag verfasst habe, ruft Kiril von unten hoch, dass wir abends wohl wieder Internet bekämen. Er hat tagelang mit dem Support telefoniert und erst heute(!) haben die dort festgestellt – dass sein Zweijahresvertrag abgelaufen war und man vergessen hatte, ihn zwecks Verlängerung zu informieren.
Er wirkt ziemlich abgefressen und die können von Glück sagen, dass der Support nicht in einem Ladengeschäft in der Nähe sitzt.
🤬⚔️🗡️🔪💣🧨🤯
Aaaaaaber seit 10 Minuten läuft das Internet wieder.
Ich mache trotzdem für jetzt Schluss, Abendessen wartet, außerdem kann ich ja jetzt endlich das Motorradvideo hochladen. 🏍️🏁
Habt noch eine schöne Woche und
HALT!
wir werden heute mit großer Wahrscheinlichkeit Urgroßeltern!
Brads Tochter (Anikas Stieftochter) liegt nämlich zur Geburtseinleitung im Krankenhaus. Es wird ein Mädchen und bisher war alles in Ordnung. Muss jetzt nur noch rausgequetscht werden. 😎
Da fällt mir ein Witz ein:
Was ist wohl schmerzhafter? Wenn einem Mann in die Genitalien getreten wird oder eine Frau ein Kind gebiert?
Naja, ein Mann hat noch niemals gesagt, er könne sich das ein weiteres Mal vorstellen…
😂😂😂😂😂😂😂😂😂

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