Katastrophe – mein Motorrad hat mitten in den albanischen Bergen den Geist aufgegeben. Motoranzeige zuerst warm, dann heiß, dann wieder kühler, am Berg ein lauter Knall, viel Rauch und Stille. Zum Glück hat nichts blockiert, es ging geradeaus und wir waren nicht schnell.
Und 200m bergab hinter uns war ein Hotel im Nirgendwo, welches offen war.
Also dort etwas Kaltes bestellt, das Internetpasswort erfragt und gegoogelt, wer in Albanien helfen kann. Ich bin ja als weggezogener Deutscher aus meinem Automobilklub geflogen und habe erst vor 1,5 Jahre etwas Bulgarisches gefunden. Aaaaber die versichern das Fahrzeug, nicht die Person! Pech gehabt. Nach viel Sucherei und anschließender Fummelei mit der Verbindung hatte ich einen Pannenservice mit deutschsprachigem(!) Herrn am Telefon, der mir ohne Provision (weil keine eigenen Fahrzeuge in der Gegend) einen Abschleppwagen organisiert hat. Er hat geduldig zahlreiche Rückfragen beantwortet und zuletzt mit dem Fahrer desselben über mein Telefon alles ausgehandelt. Super nett.
Uwe hatte derweil die Warteschleife des ADAC überwunden und ebenfalls einen netten Herrn dran, der zusicherte, weiterzuhelfen, falls der albanische Versuch nicht klappen würde. Obwohl Uwe korrekterweise angegeben hat, dass es nicht um ein Mitglied gehe. Selbstzahlung, klar, aber sehr nett, die Hilfe anzubieten.
Dummerweise lag die zuständige Stadt wieder zurück, das Tagesziel aber in Nordmazedonien. Deswegen sind die zwei jetzt ganz woanders.
Mich und mein Motorrad hat der Fahrer gaaanz sanft in die Stadt, dort zuerst zum Geldautomaten, dann zur Werkstatt, wo sein Wagen hingehört und zuletzt zu einem Hotel gebracht. Ich hatte echt keinen Bock auf booking, also kurz nach dem Preis gefragt und ihn akzeptabel gefunden.
Nachdem ich mit Karin gerade im Zimmer telefonisch schon ein paar mögliche Vorgehensweisen angedacht habe, bin ich für den Rest meiner Reisegruppe noch einmal die Buchungen durchgegangen und habe da, wo es noch erfolgversprechend schien, um Preisnachlass gebeten.
Dann endlich gegen 20:15 Uhr war mein Magen zur Nahrungsaufnahme bereit. Damit bin ich jetzt fertig, werde bezahlen und mir noch etwas die Füße vertreten.
Ursprünglich hatte ich überlegt, dass ich das Motorrad hier reparieren lasse und Karin mich abholt und wir nach Warna fahren. Das fertige Motorrad hätten wir dann später gemeinsam geholt.
Während der Wartezeit auf den Abschlepper fiel mir aber ein, dass ich die Autopapiere mit mir herumtrage und Karin ohne das Original über keine Grenze bis zu mir kommen kann. Puh, das war knapp.
Nur – ich muss ja irgendwie zurück. Bis jetzt zeichnet sich ab, dass ich in jedem Fall mit dem Bus zu einer Stadt mit Flughafen muss, um dann nach Warna zu fliegen. Nur Bus geht wohl auch, mit 4-5x Umsteigen. Zug ist schwierig, weil auch erst im nächstgrößeren Ort ein Bahnhof ist.
Witzig: Eine Flugverbindung geht von Pristina über STUTTGART nach Warna. Vielleicht wird es aber auch Tirana – irgendwo – Warna. 🤪
Dabei dachten wir schon, gestern Nacht den Höhepunkt an Unannehmlichkeiten durchlitten zu haben.
Ich war ja schon eine Nacht früher am Hotel und fuhr den Beiden bis zum Treffen in Montenegro entgegen.








Die Fahrt zum zum Treffpunkt und zurück zum Hotel war problemlos, schön und voller Kurven.





Am Hotel angekommen, durften wir nicht davor parken. Hmmm!?
Wir kommen ins Foyer, steht da ein DJ mit Maximalausstattung – und maximaler Lautstärke.
Unsere Zimmer waren direkt darüber!
Es war der jährliche Abschlussball der Provinzschönheiten.

Wir hatten die Mucke doppelt: als Körperschall und durch das Treppenhaus. Hölle!
Wir sind dann erstmal etwas Essen gegangen. Auswärts! 😎
Aber egal, wie viel Zeit wir uns genommen haben, die hatten mehr Ausdauer. Um Mitternacht habe ich den Hotel eine Mail geschrieben und mich beschwert. Einen Anruf hätte sowieso niemand gehört. 🤪
Um halb eins – Ruhe!
Für 10 Minuten!
Ab da immer wieder Lücken in der Beschallung, aber eben nur Lücken. 🤬🤯💥
Ich bin dann trotzdem weggedämmert, aber noch mehrmals von dem Krach geweckt worden.
Und dann wache ich in völliger Stille auf – um SECHS! 🤯
Noch zweimal umgedreht und mir die wiederkehrenden Hassgedanken aus dem Kopf geschlagen, um etwas mehr Ruhezeit zu bekommen.
Als es dann Zeit zum Aufstehen war, nehme ich mein iPhone zur Hand und finde eine wortreiche Entschuldigung des Managers mit der Versicherung, uns die Nacht nicht zu berechnen.
Na also. Etwas versöhnt haben wir dann eine Kaffee gegenüber (!) Genossen, bevor es losging.
Weil kurz hinter dem Ort die Temperaturanzeige am Motorrad anstieg, war ich etwas unentspannt und habe nicht für Fotos angehalten. Tja, hat nichts genutzt, siehe oben.
Videomaterial könnte es geben, habe ich aber gerade keinen Nerv zu.
Wahrscheinlich hänge ich morgen hier noch rum, um die möglichen Optionen durchzuspielen, da werde ich wohl Zeit haben, Euch diese genauer vorzustellen. Oder besser: Die Auflösung!
Und nein, nix Witziges zum Schluss. 😘



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