Wieder sind ein paar ereignisreiche Tage ins Land gegangen und ich bin abends nicht mehr dazu gekommen, stundenlang für die Welt (also euch!) einen Beitrag zu schreiben.
Beginnen möchte ich mit der deutschen Küche. Anika nutzt gerne die Chance, das wir hier sind und Zeit haben, um Karins Kochkünste abzurufen. Gerade Gerichte mit höherem Zeitaufwand sind für die beiden Amerikaner nur selten (hui, gerade fliegt ein echter Kolibri vorbei 👍) zu stemmen. Also habe ich mit Karin Fleisch und Rotwein besorgt, damit sie Sauerbraten ansetzen konnte.






Hat geklappt und vorzüglich geschmeckt. Die wenigen Reste wurden am nächsten Tag auf die Arbeit mitgenommen. Wie bei so Bergarbeitern. 😂
Am Abend bekam Ben endlich sein Geschenk. Eigentlich wollte Karin ihm einen Pullover mit Pokémon-Motiv (jaja, das gibt’s immer noch) häkeln, aber zum einen gab es kein vernünftiges Muster, zum anderen stellte sich die verwendete Wolle als völlig ungeeignet dar. 🤯
Plan B sah vor, ihm das Motiv mit Transferfolie auf ein T-Shirt zu drucken. Aaaaber: Pokémon ist nahezu out, Lego-Ninjago ist die neue heiße Welle!


In einer Nebenrolle tauchen auch Drachen auf und so wurde es halt…

Für den nächsten Tag hatten die Nachbarn von schräg gegenüber (die mit der Party vom Beginn unserer Zeit hier) vorsichtig über Anika angefragt, ob wir vielleicht für zwei Stündchen auf die Tochter aufpassen würden. Klar machen wir das, sie ist ein wirklich reizendes Mädchen und versteht sich super mit Ben. Also die Familienkarte geschnappt und in den Zoo. Die Regenwolken hatten sich rechtzeitig verzogen, so dass die einzige Feuchtigkeit unser Schweiß wurde. 🏜️🔥🥵


Es wurde so warm, dass wir nicht die ganze Runde geschafft haben.
Am Abend war ich mit Anika im Kino, den abschließenden Teil von Mission:Impossible ansehen. Die erste Hälfte hatte ich mir Donnerstagvormittag auf der Leinwand gegönnt und war sehr angetan. Klasse Actionkino.
Der dreistündige Abschluss war definitiv ein Knaller. Ich war schon jahrelang nicht mehr im Kino, habe ja selber ein hochwertiges Heimkino, aber ich hatte völlig vergessen, wie viel der (sehr) laute Ton zum Eintauchen in das Erlebnis beiträgt. Es war übrigens eins von den neuen Kinos mit nur 48 Plätzen, dafür alles verstellbare Liegesitze. Super bequem! Leider gab es draußen keine Werbung mehr für den Film, also musste das Selfie vor einem anderen Hintergrund gemacht werden.



Eigentlich sollte es hier um diese Jahreszeit dauerhaft warm bis sehr warm sein, aber es gibt viel (zu viel) Regen und Gewitter mit meist zugezogenem Himmel.
Mit Wolken ist es warm, ohne heiß – aber halt fast täglich Gewitter, mal mit sehr viel, mal mit weniger Regen.
Am nächsten Tag war es vormittags trocken genug, um mit Brad ein neues Fahrrad für Ben zu besorgen. Im ersten Laden war nur ein einziges Ausstellungsstück in seiner Größe vorhanden und das sollte absurde 750$ kosten für ein Kinderrad!. Wir sind dann woanders hingefahren und wurden fündig – übrigens für zivile 120$.


Danach dann endlich der Besuch im Labor. Ankur (der Professor von gegenüber, aber Anrede trotzdem nur mit Vornamen) hatte Schwester und Vater zu Besuch, die mit dabei waren.
Ganz kurz und grob: Er forscht in einem Universitätslabor an Zebrafischen (Eiern, Embryos und Larven/Jungfischen) unter anderem, warum und wie die einzigen(!) beim Menschen nachwachsenden Nervenzellen (nämlich die Riechnerven) funktionieren, wachsen, erkranken, bzw. absterben. Es gibt zB Hinweise, dass bestimmte Formen von Geruchsverlust (durch Absterben) von denselben Stoffen hervorgerufen werden wie Alzheimer – aber schon Jahre vor dem Auftreten der Krankheit.
Klingt spannend, nicht wahr?
Um das herauszufinden arbeiten sie mit den embryonalen Stammzellen in den Fischeiern. Seine Forschungsergebnisse konnten sogar schon bei bestimmten Herzerkrankungen menschlicher Patienten erfolgreich umgesetzt werden.









Natürlich habe ich aus den Fotos und den Videos auch ein Filmchen gemacht, dass Prof. Ankur Saxena lobend freigegeben hat. ☺️
Sonntag wurde es erst spät sonnig, aber das ließen wir uns nicht entgehen und sind zum Pool. Ben hat „Köpper“ gelernt und alle außer Karin haben Burger zum Abendessen gehabt. Die gibt’s nämlich lecker am Pool.
Ganz nebenbei: Der Versuch mit selbstgezogener Ananas scheint zu gelingen. Die erste hat schon etliche Wurzelansätze!

Dann begann auch schon unsere letzte Woche hier – und noch nichtmal alle deutschen Gerichte sind serviert worden.
Man kommt ja zu nix!
Diese Woche hat Ben Soccer-Camp, demnächst Karate, es sind nämlich schon Sommerferien. Aber was machen berufstätige Eltern mit nur 15 Urlaubstagen? Sie melden ihre Kinder bei Camps an. Kirchliche, kommunale, und sportliche Angebote gibt es zuhauf, das meiste natürlich kostenpflichtig. Dazu geht Ben auch -anstelle von weiteren Camps- zur Tagesbetreuung in seine alte Vorschule. Er mag das tatsächlich sehr und wir konnten ihn letzte Woche nur mühsam loseisen, um in den Zoo zu fahren. 😎
Er hat großen Spaß, ich weniger, denn meine Nacht endet jetzt um 6:30 Uhr, wenn die Eltern das Haus verlassen, denn das Camp beginnt erst um 9. 😢😴🥱
Was auch erklärt, warum ich seit Sonntagabend früh im Bett bin und keine Beiträge für den Blog schreibe. 🤣
Ich sitze gerade -weil es nicht regnet- mit dem Hund hinterm Haus im Garten und schreibe diese Zeilen im Schweiße meines Angesichts, während Karin alleine auf Schnäppchenjagd ist. Eines der zwei alten Klimageräte hat nämlich letztlich doch komplett den Geist aufgegeben und die Handwerker sind hier den ganzen Tag zugange, weshalb ich zuhause geblieben bin.

Wahrscheinlich komme ich aber hier noch einmal zu einem Beitrag, spätestens, wenn wir Sonntag in Atlanta am Flughafen sitzen. Montag sind wir wieder in Istanbul, übernachten einmal in dem Hotel am Meer von der Hinfahrt und zuckeln dann zurück. Ob wir noch einen Zwischenstopp machen, ist fraglich und hängt ein bisschen von unserer Verfassung ab.
Ich hoffe, eure Verfassung ist und bleibt gut, genießt das gute Wetter und klagt nicht übers schlechte – bringt eh nix!










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