Man wird alt. Der Beitrag war Montagabend fertig, doch irgendwer hat vergessen, ihn online zu stellen.
Nach Belgrad kommt Graz, zumindest, wenn man günstig übernachten möchte. In Slowenien hatte ich zuerst etwas gefunden, aber in der Buchungsbestätigung erfuhr ich, dass das „leider“ noch ein alter Preis sei und man jetzt das Doppelte nähme. 🤯
Da habe ich direkt storniert und erst in Graz war das nächste halbwegs bezahlbare Quartier.



Sehr gepflegt, großes Zimmer, allerdings Gemeinschaftsbad, -toilette und -küche, dafür fußläufig zur Altstadt, in die wir uns dann nach dem Auspacken aufmachten.
An der nächsten Ecke gab es … einen Modelleisenbahnladen, aber nicht irgendeinen, sondern den größten, den wir beide seit Jahren gesehen hatten. Da musste das Bier warten. Wir haben uns die unglaublich vielen Modelle angesehen und von den Erinnerungen an die Bahnen unserer Kindheiten geträumt. Sowohl Karins als auch mein Vater hatten „für die Kinder“ eine Modelleisenbahn gekauft und über Jahre erweitert. Karins ist verschwunden und unsere wurde zu meiner, bis ich sie an einen Gebrauchthändler verkauft habe. Zum einen fehlte die Zeit (Wann baut man auf? Weihnachten! Wann hatte ich beruflich Rush Hour? Genau!), zum anderen wurden die Produkte so teuer, dass mir die Augen tränten.
Das ist nach den Preisschildern im Laden nicht besser geworden. Eine Lokomotive unter 300€ gibt es quasi nicht. Kleine Güterwagen kosten mal eben 35€. Was da für einen Zug zusammenkommt, kann man sich leicht ausrechnen.
Ich habe dort ein stinknormales Flügelsignal gesehen, das stolze 94€ kosten sollte. Auf meine Nachfrage wurde mir erklärt, dass die nicht nur den Flügel hoch- und runterklappen, sondern digital vernetzt sind und übers Smartphone gesteuert werden können. Toll! Aber trotzdem – wenn ich in einem Bahnhof ein paar Gleise habe und jedes braucht ja ein Signal… Brrrr!
Karin hat dem Eigentümer aber versprochen, dass wir im Falle eines gewonnenen Jackpots nur in Graz unsere Modellbahn kaufen würden. 😂
Ansonsten haben wir erst einmal in der Grazer Altstadt nur Nobel-Weinlokale oder Imbisse gesehen. Ein gepflegtes Bier gab es erst kurz vor Ende unserer guten Laune. 😩
Aber dann war’s wieder schön.








Es gab übrigens nicht nur alte Gemäuer, sondern auch moderne Hingucker auf dem einen Spaziergang zu sehen. Wahrscheinlich gibt’s noch mehr.

Von Graz bis Duisburg sollten es etwa 10,5 Stunden Fahrzeit sein. Das ist ordentlich, aber da es nur über die Autobahn geht, hätten wir uns zur Not problemlos abwechseln können. Das war aber nicht nötig, also konnte Karin entspannt an ihrem Sommerpulli weiter stricken (Karin hat ausnahmsweise mal den Blog mitgelesen und mich darauf hingewiesen, dass sie HÄKELT!).
Auch wenn ich mir jedesmal, nachdem es passiert, wieder vornehme, meinen Tank nicht bis zum letzten Tropfen leerzufahren, ist es mir auf der Strecke sogar zweimal gelingen, den Gastank zu leeren und dann auch mit dem leuchtenden Reservelicht des Benzintanks noch fast 50km zu fahren, bevor ich nachtanken konnte/wollte.
In Österreich habe ich einfach keine Gas-Tankstelle an der Autobahn finden können und die eine, die es gab, wollte 1,60€!
30km vor der deutschen Grenze ging die Tankreserveleuchte an, doch wir haben uns entschieden, erst hinter der Grenze zu tanken. RISIKO…..
Das nächste Mal war es kurz hinter Köln soweit, aber nach 12 Stunden Fahrerei wollten wir endlich ankommen und so sind wir erneut mit zwei leeren Tanks auf Risiko gefahren.
Hat aber bis zur Tanke am nächsten Morgen gereicht. Alles eine Frage des Timings! 😎
Wie hatten übrigens sogar eine echte Pause geplant! Kurz hinter Würzburg (also aus Graz kommend😎) gibt es ein Dorfgasthaus, das ich schon als Teenager mit meinen Eltern und später auch noch mit Karin (und Baby Anika) besucht habe, wenn wir im Nachbarort in der Ferienwohnung Urlaub gemacht haben.
Ich war also vor etwa 50 Jahren zum ersten Mal dort, mittlerweile ist dort die fünfte Generation am Werk, was bedeutet, die aktuellen Betreiber waren damals noch nicht mal geboren. Mann, bin ich alt.
Aber erfreulicherweise ist sehr viel unverändert, manches gut erneuert und das Essen immer noch famos.
Und statt der mir vertrauten Metzgerei wurde die alte Brauereitradition wiederbelebt.
Auch gut. 🍻



Kurz vor Köln hatten wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang, im Dunkeln sind wir dann bei unseren Gastgebern eingetroffen.


Es war natürlich zu spät, noch bei Jana und ihrer Familie vorbeizufahren, das haben wir aber dann am Sonntag direkt nachgeholt.
Was machen Familien am Sonntag? Genau, einen Ausflug.
Es ging zum Freizeitgelände in Bottrop-Vorderort, ein echt heißer Tipp.





Unsere Enkel sind übrigens vor nix fies: Egal wie eklig, schleimig, krabbelig – alles wird angefasst und genauestens studiert. Das haben sie nicht von mir 🤢 und selbst Karin wird an ihre Grenzen gebracht.
Heute waren wir ein paar Vorräte einkaufen, bevor es wieder zur Familie ging.
Enkel vom Kindergarten abholen, mit ihm Rasen mähen und Balken zersägen, Arbeitsaufträge der Tochter für die nächsten Monate 😂 entgegennehmen und diverse Arbeiten wie Hosen einer Freundin der Tochter flicken (für Karin) oder Kleinanzeigenkäufe abholen mit dem Schwiegersohn (für mich) waren unsere weiteren Beschäftigungen.
Natürlich kam Quatschen mit den Großen und Quatsch machen mit den Kleinen auch vor.



Und Omas heiß geliebte Hühnersuppe musste auch direkt gekocht werden.


Das Wetter war übrigens traumhaft, ich erwähne das deswegen, weil uns heute Morgen zweimal Fotos aus Warna erreichten:


Ausnahmsweise (!) sind wir gerade lieber hier. 😂
Euch allen wünschen wir einen guten Start in die neue Woche mit dem Wetter, das ihr euch wünscht.




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