Tja, wir sitzen satt und zufrieden in Belgrad und gucken auf zwei der vier geplanten Reisetage zurück.

Essen und Trinken müssen wir auf Pump, denn der serbische Geldautomat wollte mich nicht bedienen, also mussten wir unsere letzten Euros in einer Wechselstube tauschen. Das reichte fürs Zimmer, wird aber nicht genug fürs Restaurant sein. Wie uns der Sohn des Hauses verriet, hat Papa die 8 Tische nur aufgestellt, um nicht das schreckliche Essen seiner Frau genießen zu müssen. 😂

Wir haben natürlich vorher gesagt, dass unser Barvermögen wahrscheinlich nicht reichen wird, aber nachdem uns mehrmals versichert wurde, dass das kein Problem sei und wir auch morgen früh nach dem Besuch an einem Geldautomaten zahlen könnten, lassen wir es uns schmecken.


Aber kurz eine gefühlte Woche zurück. Ich habe sowohl auf Instagram als auch über YouTube Facebook ein kurzes Video von den verlassenen Picknickterrassen hochgeladen, testweise erstellt mit dem Programm der Actioncam.

Da bekomme ich plötzlich eine Mail von YouTube, die mir erklärt, dass das Video wegen einer Copyright-Verletzung meinerseits weltweit gesperrt wäre. Der Rechteinhaber hat mich gemeldet! Mich! Als Copyright-Frevler!

Aber ich habe extra nur die vom Programm angebotene Musik genutzt und die sollte Copyright-frei sein – sonst ergibt das Angebot ja gar keinen Sinn. Ich war sowieso etwas auf Krawall gebürstet, also habe ich mich durchgeklickt, bis ich meine Sicht der Dinge erklären konnte.

Zack, ganz kurze Zeit später hat der „Eigentümer“ seine Ansprüche zurückgezogen.

Keine Ahnung, ob das eine Betrugsmasche ist oder nur ein verpeilter Algorithmus, den jemand aufs Internet loslässt.


Next Stop – Badezimmer am Abreisetag.

Bevor ich mich in Deutschland zeige, wollte ich mein bisschen Bart vorzeigbarer machen. Also etwas kürzer und einen ordentlichen Rand anlegen.

Ich nehme also den Rasier, montiere den Aufsatz und wusele durch den Bart, bis er keine Haare mehr lässt, dann den Aufsatz runter und die Ränder in Form gebracht.

Ihr ahnt es: Mal eben noch die Augenbrauen trimmen.

Ohne Aufsatz.

Ein klassisches YouTube-Missgeschick. 🤪😩🤯


Der erste Fahrtag war schön, lediglich das Wetter blieb verhangen und mit Nieselregen durchsetzt. Selten mal eine Aufhellung.

Als sich abzeichnete, dass wir es zeitlich gut zum Hotel schaffen würden, sind wir kurzentschlossen einem Schild mit der Aufschrift Waterfall gefolgt.

Nach deutlich mehr als den angegebenen 2km waren wir vor Ort, leider lief das Regenwasser vom Vortag noch übelst den Weg runter. Karin hat tatsächlich die Schuhe gewechselt, um sich doch den Wasserfall anzusehen.

Wir waren froh, ohne Sturz auf dem seifigen Untergrund hin und wieder zurück zu kommen. Hat sich aber gelohnt.

Wir sahen hüftabwärts aus wie Ferkel. 🐗🐖🐷


Das Hotel erwartete uns in einem wunderschönen Wald, abgelegen, am Ende der Welt – den Zaun haben wir schon gesehen. 😎

Der Chef und ein anderer Mann (wir vermuten: Der Koch) erwarteten uns, sprachen aber kein Wort einer uns bekannten Sprache. Die bulgarische Lösung: Jemanden anrufen, der deutsch spricht.

So wurden wir informiert, dass man uns Essen anbot, da wir aber alles dabei hatten, haben wir dankend abgelehnt. Daraufhin wurde uns für UNSER Essen ein Tisch komplett gedeckt.

Außerdem erfuhren wir, dass man uns nachts allein lassen würde. Erst um 8 käme jemand wieder fürs Frühstück. 🤪

So beginnen Horrorfilme…

Das Frühstück war übrigens mehr ein Bonus als spektakulär. Bei dem Zimmerpreis wäre es auch ohne ok gewesen.


Der nächste, also heutige Fahrttag begann mit dem wunderschönen Stück durch den Wald zurück zum Rumpelstück vom Dorf zur Hauptstraße (da wird aber erneuert!).

Erwähnte ich schon, dass wir hier die ersten Etappen der Motorrad-Rückfahrt im Juli abfahren?

Es wurde dann eine kilometerlange Katastrophe! Die Landstraße wird vierspurig ausgebaut, aber großenteils AUF der alten Trasse. Es gibt also keine Umleitung, nur ein Schild „Straßensperrung“.

Aber vor mir fuhr einer, außerdem heißt das Schild ja nicht, dass man nicht durchkommt…

Nicht, keinesfalls, niemals mit meinem (oder irgendeinem) Motorrad. Endloser Schlammschleim mit Löchern von den Baumaschinen. Nachdem wir tatsächlich auf vier rutschenden Rädern durch waren, kamen wir auf das schlechteste reguläre Stück Straße der ganzen Strecke. Für Motorräder ebenso ungeeignet.

Da werde ich wohl an der Streckenplanung arbeiten müssen.

Aaaaaaber danach wurde es richtig schön. Klar, kurz vor dem Grenzort Vidin ist es eher platt, aber dann rüber nach Serbien und quer durchs Land zur Donau war es toll. Brandneue leere Straße durch schön hügeliges Land, überall blühende Büsche und manchmal Sonne, dann erneut die Donau – an einer der breiten Stellen. Wie ein riesiger See. Da kann der Rhein sowas von einpacken.

Wir wollten nach Plan viele Kilometer am serbischen Ufer entlangfahren, wegen einer Baustelle (ohne Umleitungsschilder) wurden es noch etliche schöne mehr.

Durch die Sperrung kamen wir auch an dem Hinweis auf eine weitere Burg vorbei, die wollten wir dann doch sehen.

Das Ende des Tages war in Belgrad, nach vier Jahren Balkan waren die paar Kilometer von der Autobahnausfahrt zum Quartier die mit dem schlimmsten Verkehr. Voll irre, die Belgrader.🤪🤯

Wir wünschen euch allen aus Belgrad einen schönen Start ins Wochenende.

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