Alles klar, die nicht so computeraffinen Leser dürfen diesen Beitrag gerne überspringen, für die anderen ist es evtl. jetzt oder später mal interessant.

Damit alle, die automatisch benachrichtigt wurden und deswegen den Beitrag aufgerufen haben, nicht völlig umsonst Maus oder Touchscreen abgenutzt haben, hier die Schmunzelecke zu Beginn:

Worum geht es also im Folgenden?

Stellen mer uns mal janz dumm…

Moderne Festplatten sind entweder schnell oder groß. Die großen sind heute noch genauso aufgebaut wie die letzten zig Jahre: Im Inneren drehen sich hauchdünne Magnetscheiben, die ähnlich wie bei einem Plattenspieler über einen Arm abgetastet werden. Pro Scheibe ein Arm, dazu ein Chip, der das Ganze beim Schreiben verteilt und beim Lesen wiederfindet. Man benutzt die heute meistens für Backups in großen Maßstäben, bei denen es nur darauf ankommt, dass genügend (günstiger) Platz vorhanden ist.

Die schnellen Platten dagegen sind so aufgebaut wie ein USB-Stick, also ganz ohne bewegliche Teile. Dass reiner Strom schneller ist als „Schallplatten“, ist offensichtlich.

Diese Platten kosten bei gleichem Speicherplatz immer noch mehr als die anderen und sind auch nicht mit beliebig großem Speicherplatz zu bekommen.

Fangen wir mit Karins MacMini an: Aus Kostengründen haben wir das Basismodell gekauft, von dem klar war, dass Karin dreimal mehr Speicherplatz (knapp unter 1 Terabyte) braucht, als dieses anbietet. Der Aufpreis wäre bei Apple irgendwo bei 400-600€ gewesen, dazu gibt es diese Modelle nicht gebraucht, also nochmal 100-200€ für den Neupreis draufrechnen. Eine extern anzuschließende SSD-Platte kostet gebraucht nur 70€. Ihr erkennt, warum wir das gemacht haben.

Übrigens ist SSD-Platte nicht ganz korrekt, denn eigentlich steht das D schon für Drive/Platte. 😎

Im Internet gab es -vorher (!) gesucht- eine schöne Anleitung, wie man das ans Laufen bringt, was auch gut funktioniert hat.

Der Trick besteht darin, den Inhalt des Computers aufzutrennen: Das Betriebssystem und die Programme plus etwas Kram bleibt auf der kleinen und sehr schnellen internen Platte, der Benutzerordner mit allen persönlichen Informationen und Dateien wird auf die fast genauso schnelle externe Platte „umgeleitet“. Der Rechner (und im Idealfall auch der Nutzer) merkt davon nichts.


Das Konzept ist hoffentlich klar geworden. Funktioniert und spart eine Menge Geld. 😎

DESWEGEN habe ich diese Idee auch an meinem fast 8 Jahre alten iMac umsetzen wollen. Ihr erinnert euch, dass Karin vor ein paar Tagen entsetzt darüber war, wie schnarchend langsam meine Fotobibliothek die Bilder rausgerückt hat. Also habe ich mir zwar keinen neuen Mac, aber eine zukunftssichere, schnelle externe SSD-Platte mit Thunderbolt 4 Anschluss über Amazon bestellt, die erfreulicherweise portofrei nach Bulgarien geliefert wurde.

Wer jetzt über „Thunderbolt“ gestolpert ist, dem möge Folgendes helfen: jeder Computer rechnet mit einem Prozessor und in den müssen alle Daten rein und natürlich wieder raus. Ob das Bild, Ton oder andere Daten sind, alles muss irgendwie von außen in den Computer, dort irgendwo gelagert und in den Chip geschickt werden. Dann muss das Rechenergebnis ja irgendwie „benutzt“ werden, sei es als Bild auf dem Monitor, Musik am Lautsprecher oder Steuererklärung in einen Ordner auf der Festplatte. Dass sich die ausgegebenen Daten unterscheiden, ist wohl offensichtlich. 😇

Alle diese unterschiedlichen Verbindungen heißen Schnittstellen. Alte PC-User kennen bestimmt noch die elende Vielfalt an unterschiedlichen Steckern hinter dem grauen Kasten.

Um das zu vereinfachen wurde -Tadaaa- USB erfunden. Der kleine bunte iMac ist übrigens der erste kommerzielle Rechner gewesen, der das konsequent genutzt und auf alle anderen Stecker verzichtet hat.

Aber USB war langsam! Also kamen parallel schnellere Verbindungen dazu, die irgendwann in USB-C und eben Thunderbolt 3,4,5… mündeten. Jetzt könnte man auch den Monitor, das Internet und sogar Strom zeitgleich mit den Daten transportieren, wenn, ja wenn sich nicht wieder zahllose Leistungsunterschiede hinter denselben Kabeln verstecken würden. Manche können 1 Monitor, andere 5 oder 6 ansteuern, dann wieder geht nur wenig Strom durch, dann aber genug für einen Laptop und, worauf es hier für mich ankommt, mal fließen nur 5, 10, 20 oder doch bis zu 40 GB/s zwischen externer Platte und Computer hin und her.

Stark vereinfacht: Thunderbolt ist sozusagen der Markenname für die Schnittstelle mit dem aktuell jeweils größten Leistungsumfang. USB-C kann das manchmal auch oder eben manchmal weniger. 😩

Boah, was ein Erklärbär.

Aber das war ja nur der Beginn der Geschichte. 😂

Mein iMac war 2017 das Flaggschiff und hatte eine Apple-Erfindung eingebaut, die ziemlich spektakulär war. Um trotz der damals exorbitanten Preise für SSDs deren Geschwindigkeitsvorteile nutzen zu können, ließen sich die Ingenieure einen Trick einfallen. In den teureren Modellen gab es eine kleinere teure/schnelle SSD und eine preiswerte/große normale Festplatte, ABER beide fusioniert. Das Betriebssystem war so schlau, dass es häufig benötigte Programme und Daten automatisch und unbemerkt immer auf den schnellere Teil geschoben hat. Ziemlich genial und das hat sich auch in unabhängigen Tests als nur unwesentlich langsamer herausgestellt als reine SSD.

Also damals!

8-10 Jahre Entwicklung gehen auch an so einer Erfindung nicht spurlos vorbei. 😎

An meinem alten iMac habe ich ein weiteres Problem: Apple liefert mir seit zwei Jahren keine neuen Betriebssysteme mehr – zu alt! Also der Mac, nicht ich. 😇

Findige Hacker haben herausgefunden, wie man den Updates einen aktuellen Rechner vortäuscht, um dennoch das neueste Betriebssystem zu installieren.

Wie das Wort „Hacker“ es schon andeutet – es sind Manipulationen am vorhandenen Betriebssystem ebenso erforderlich wie am zu installierenden. Man wird zwar angeleitet, aber…


Was habe ich also machen wollen?

Erster Plan: Das reingeschummelte neueste Betriebssystem auf die superschnelle externe Platte und alle meine Daten hinterher. Man kann Macs nämlich einfach von außerhalb starten und nutzen und das wollte ich mit der neuen Platte ausnutzen.

Leider hat das Programm, das die Manipulation vornimmt (OpenCore Legacy Patcher – OCLP) es einen ganzen Tag lang nicht geschafft, das originale Betriebssystem von Apples Servern zu laden. Sogar der reguläre Download direkt aus dem Store ist mir (ganz ohne Schummelei) nicht gelungen. Die Lösung war letztlich: Das Programm OCLP bietet auch an, nur den Link für den Download zu sichern. Und siehe da, nach endlosen Fehlversuchen konnte der Standardbrowser damit ratzfatz das neue System laden. 🤯🤬🤪

Das Kopieren meiner Daten dauerte dann natürlich auch einige Zeit, war aber irgendwann erledigt. Ein Test der Übertragungsgeschwindigkeit war merkwürdigerweise nicht so hoch wie zuvor bei der leeren Platte. Hm!

Da gehe ich doch mal eben an Karins Mac und teste dort die Geschwindigkeit – und bekomme Herzkasper! Unterirdisch schlecht. Zu erwarten wäre 1000 und erreicht werden 38!

Und zack, seitdem (zwei Tagen) habe ich zwei Baustellen und bekomme meine Fitness allein vom hin und her rennen.

Bei meinem Problem dachte ich dann an die Lösung von Karins Mac: Wenn ich die schnelle SSD im iMac benutze und nur die persönlichen Daten auf der neuen Platte lasse…

Es ging definitiv nicht „mal eben“, weil sich die einzelnen Teile nicht so einfach trennen ließen. Im Ergebnis musste ich wieder alles löschen und dann nur die richtigen Teile auf die neue Platte schaufeln. Anschließend das Betriebssystem (intern) mit dem Benutzerordner (extern) verbinden und voilà.

Dann noch alle doppelten (Benutzer)Daten vom internen Speicher gelöscht und jetzt heißt es abwarten, wann das Betriebssystem alles auf den schnellen Teil gepackt hat.

Dann wird die Geschwindigkeitsmessung wiederholt. 👍


Ihr müsst euch jetzt nur noch vorstellen, dass die Schritte jeweils zwischen 15 min und 5-7 Stunden gedauert haben. 🤪

Dazwischen bin ich immer wieder an Karins Mac gewesen und sogar geschlafen habe ich.

Bei Karin stellte sich nämlich heraus, dass die ursprüngliche Einstellung aus unbekannten Gründen geändert war. Statt, wie jetzt schon ein paarmal erwähnt, das System intern und die Benutzer extern zu haben – war ein komplettes System auf der externen Platte. Wie das da hin gekommen ist, keine Ahnung. Es muss aber schon länger so sein, denn es fehlten intern schon ein paar große Updates.

Also habe ich erst einmal das System auf der inneren Platte aktualisiert. Anders als bei mir zuvor ging alles glatt. 😎

Dann wollte ich die eigentlich überflüssigen Bestandteile auf der externen Platte löschen. Ging aber nicht. 🤬

Also einen neutralen Administratoraccount angelegt und es von dort versucht. Nix!

Also über das Backup. Nix!

Nochmal von vorne. Nix!

Zwischen jedem Nix liegen mehrere Stunden!

Gestern war ich es leid. Nachdem es bei mir mit komplettem Löschen und Zurückkopieren funktionierte, wollte ich das bei Karin auch machen – „wollte“, weil ich gestern Mittag auf löschen und dann auf kopieren gedrückt habe und erst heute Vormittag die Frage auftauchte: Kopiervorgang starten?

Bis gestern Nacht gegen 3 wurde „vorbereitet“ 🤯

Hier sind wir wieder bei den Schnittstellen. So schließt sich der Kreis. Für das regelmäßige Backup braucht man viel Platz, weniger Geschwindigkeit. Leider ist diese Kombination beim Zurückkopieren der Flaschenhals: Jetzt ist 20 Uhr, seit 8 Stunden kopiert das Ding vor sich hin und erst nach Abschluss (angeblich in einer Stunde) kann ich probieren, ob das Verbinden von intern mit extern auch wie geplant klappt. Aaaaaaah!


Während ich so vor mich hin wartete, konnte ich die Küche aufräumen, die Betten frisch beziehen und…

endlich mal nachsehen, warum der kleine Fernseher über der Anlage kein Bild mehr zeigt. Ihr erinnert euch, ich brauche den für Einstellungen, damit ich nicht für jedes Fitzelchen Beamer und Leinwand bemühen muss.

Ratet!

Es war das HDMI-Kabel. Das einzige, das beim Verstärkerwechsel nur genau einmal an einem Ende umgesteckt wurde, hat irgendwo einen unsichtbaren Kabelbruch.

Es ist IMMER das Kabel. Hört meine Worte!

Also wieder ein Grund für den Besuch im Baumarkt am anderen Ende der Stadt.

😎

Wünscht mir Erfolg!

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