Schon beim Aufstehen war klar, dass es heute richtig schlechtes Wetter geben würde: Tiefe Wolken und die Färbung der Aussicht in Richtung saukalt!

Aber wir wollten sowieso keine Strände mehr gucken, sondern hatten geplant, über eine besondere Vogelbeobachtungsstation bei Burgas zu fahren und dann weiter -in einem großen Bogen landeinwärts- über die Berge nach Warna zurückzukehren.

Zuerst also zur Vogelstation, die NATÜRLICH geschlossen hatte. Dabei haben wir vorgestern bei der Anreise noch zwei PELIKANE gesehen. Kein Quatsch! Außerdem hat Karin einen seltenen Weißkopf-Irgendwas-Greifvogel gesehen, was sie ganz begeistert.

Nicht, dass hier ein falscher Eindruck entsteht: Karin mag Vögel und hat sich da einen gewissen Kenntnisschatz angeeignet, aber sie würde nie um 5 Uhr aufstehen, um irgendwelche Piepmätze beim Balzen zu sehen. Wenn sie gerade da sind, toll, wenn nicht, auch gut. Soll heißen: Wenn wir mal Zeit und Lust haben, das Wetter gut ist, eine gewisse Chance auf Flugtiere besteht, dann, dann vielleicht, möglicherweise würden wir uns von Warna nach Burgas aufmachen und dies Beobachtungsstation besuchen.

Was uns allerdings ganz kribbelig gemacht hat, waren die zwei Pontonboote, mit denen offenbar Interessierte durch die Brackwassergebiete gefahren werden. Da wären wir sofort dabei.

Zack, wieder etwas auf der To-do-Liste.


Einen netten Ort namens Pomorie wollten wir hinter Burgas (also im Norden) noch kurz heimsuchen. Wirklich nett, wir haben zwar nur 5-6 historische Häuser gesehen aber ansonsten ein ordentlicher kleiner Ort, in dem sich sicher ein paar schöne Tage verbringen lassen. Hätte ich endlich den Defender, wären wir sogar hier drüber gefahren:

Danach haben wir etwas völlig Verrücktes gemacht, wir sind einmal der Länge nach durch das Feriengebiet Sonnenstrand gefahren. Ich war mal mit den Eltern als 20-jähriger dort, als es noch Ostblock war. Anstatt des modernen All-inclucive-Bändchens gab es Essensscoupons, die man in jedem (!) Hotel einlösen konnte, wenn es dort etwas gab oder das gab, was man wollte. Ostblock halt:„Hammer nicht“ gab´s überall!

Schopska z.B. gab es zwar überall, aber mal bestehend aus Tomate mit Schafskäse, dann aus Gurke mit Zwiebel und Schafskäse, mal Gurke und Tomate ohne den Käse… Ich habe erst hier die vollständige Zusammensetzung gelernt.

Vor allem gab es keinerlei Buden am Strand, zumindest in meiner Erinnerung nichts Auffälliges – was hätten die auch verkaufen können? Heute gibt es 10, 20, 50mal so viele Hotels und der Strand ist komplett abgetrennt durch Buden, Bars und Geschäfte aller Art.

Was uns/mich aber interessiert hat, war das Ende vom Gelände. Sonnenstrand ist der Ortsteil/das Resort, welches sich ans historische Nessebar anschließt und den endlosen Strand nutzt. Dann geht es aber noch ein gutes Stück weiter am Meer entlang, dort wo die Berge bis an die Küste kommen. Weil die Straße dort irgendwo endet und somit die Welt aufhört, sind wir da nie „zufällig“ vorbeigekommen.

Es war super interessant, zum einen, weil natürlich niemand unterwegs war und wir freien Blick auf alles hatten, zum anderen, weil da hinten ein paar echte Luxusdinger rumstehen. Die Preise werde ich irgendwann mal aus Jux nachsehen.

Der Hunger begann sich zu regen und was lag näher, als bei McDonalds einen Fischmäc zu essen. Auch wenn der seit Jahren anders heißt…

Es gibt vier Filialen in Sonnenstrand. Wie viele hatten geöffnet?😂

Am Ende wurde es die fünfte an der Tankstelle neben der Hauptstraße.


Wir sind nach dem sättigenden Mahl noch einmal in uns gegangen und haben das Navi befragt. Mit dem Ergebnis, dass wir bei dem Wetter keine 6 Stunden anhängen möchten. Eine gute Entscheidung, denn nach wenigen Kilometern waren wir 400m hoch und hatten -4 Grad mit leichtem Schneefall.

Das Wetter blieb so bis nach Hause, auch in Warna herrschen Minusgrade und leichter Schneefall.


Trotzdem habe ich meine alten Knochen noch einmal spontan in die Kälte hinausbewegt und meine Gattin vom warmen Auto zurückgelassen. Es gibt nämlich etliche Kilometer von Warna entfernt eine Anlage neben der Straße, die wie ein Vergnügungspark aussah schon immer geschlossen und verlassen war. Seit einiger Zeit waren auch die Tore offen und es sah nie nach Renovierungsarbeiten aus. Heute war DER Tag und ich bin mit quietschenden Bremsen von der Straße runter auf den verlassenen Parkplatz. Es war ja soooo kalt.


Wir werden heute Abend nicht mehr viel machen, nachdem jetzt die Bildbearbeitung (bei Karin) und der Blog (bei mir) fertig sind.

Euch allen wünschen wir einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in eine Woche mit wärmenden Begegnungen.

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